wire 2012 und Tube 2012_

Die beiden No 1 Messen für die Draht,-Kabel und Rohrindustrie, präsentieren im Frühjahr 2012 technologische Highlights aus ihren Branchen in den Messehallen am Rhein.

Vom 26. bis 30. März 2012 finden die beiden Leitmessen wire, Internationale Fachmesse Draht und Kabel, und Tube, Internationale Rohrfachmesse, bereits zum 13. Mal parallel in Düsseldorf statt.

Die aktuellen Anmeldezahlen beider Messen stimmen die Düsseldorfer Messemacher mehr als zuversichtlich. Zur wire haben sich bereits jetzt (Stand Mitte Oktober 2011) 1.005 Unternehmen aus 45 Ländern angemeldet. Traditionell stark sind auch 2012 wieder die Aussteller aus Italien, Belgien, Frankreich, Österreich, den Niederlanden, der Schweiz, der Türkei, Großbritannien und Deutschland vertreten. Erfreulich auch der große Anmeldstand aus Schweden. Aus Übersee kommen die meisten Unternehmen aus den USA, China, Indien und Taiwan. Alle 1.005 Unternehmen zusammen belegen derzeit eine Ausstellungsfläche von rund 55.000 Quadratmetern.

Die wire 2012 zeigt Maschinen zur Drahtherstellung und Veredelung, Werkzeuge und Hilfsmaterialien zur Verfahrenstechnik sowie Werkstoffe und Spezialdrähte. Außerdem werden Innovationen aus den Bereichen Kabel-, Mess-Steuer- und Regeltechnik sowie Prüftechnik gezeigt. Spezialgebiete wie Logistik, Fördersysteme und Verpackungen ergänzen das Angebot.

Draht-, Kabel- und Glasfasermaschinen sowie die Draht- und Kabelproduzenten und der Handel mit Draht und Kabeln belegen die Hallen 9 bis 12, 16 und 17. In der Halle 15 ist die Umformtechnik (Fastener Technology) zu finden, Halle 16 schließt sich mit der Federfertigungstechnik (Spring Making) an.

Die Tube blickt auf ein ähnlich gutes Zwischenergebnis. Mit 805 Ausstellern aus 44 Ländern kommen hier die meisten europäischen Unternehmen aus Italien, Frankreich, den Niederlanden, Österreich, Polen, der Schweiz, Spanien, der Türkei, Deutschland und Großbritannien. Erfreulich auch der gute Anmeldestand aus der Tschechischen Republik. Derzeit belegen die Aussteller der Tube eine Nettofläche von 45.500 Quadratmetern.

Die Tube belegt die Hallen 1 bis 7a. Rohzubehör befindet sich in den Hallen 1 und 2, der Rohrhandel und die Rohrherstellung schließen sich in den Hallen 2, 3, 4 und 7.0 an. Die Umformtechnik ist in der Halle 5 zu finden. Rohrbearbeitungsmaschinen präsentieren sich in den Hallen 6 und 7a, außerdem schließt sich in Teilen der Halle 7a der Bereich Maschinen und Anlagen an.

Die Tube zeigt die gesamte Palette von der Rohrherstellung über die Rohrbearbeitung bis hin zur Rohrverarbeitung. Das Angebot reicht von Rohmaterialien, Rohren und Zubehör, Maschinen zur Herstellung von Rohren und Gebrauchtmaschinen über Werkzeuge zur Verfahrenstechnik und Hilfsmittel bis hin zu Mess-, Steuer- und Regeltechnik. Pipelines und OCTG-Technologie, Profile- und Profiltechnologie, Prüftechnik und Spezialgebiete wie Lagerautomatisierung, Steuerungs- und Kontrollanlagen ergänzen die umfangreiche Angebotspalette.

Aktuelle Informationen zu beiden Messen finden Sie auf den Messeportalen unter: http://www.wire.de/ und http://www.tube.de/

Kabel, Federn, Schrauben oder Drahtseile – diese und viele weitere Erzeugnisse der Draht-, Kabel- und drahtverarbeitenden Industrie sind allgegenwärtig, weil sie für die Übertragung von Elektrizität, elektronischen Daten oder mechanischen Kräften unverzichtbar sind. Mögen viele dieser Erzeugnisse eher unspekatakulär erscheinen, so beeindrucken Drahtseile oft bereits durch das Umfeld, in dem sie eingesetzt werden. Die gesellschaftliche Entwicklung ist mit dem Fortschritt der erwähnten Branchen und deren Zulieferer eng verflochten. Über den Stand der Technik informiert die internationale Branchenleitmesse wire.

Tragen, Fördern, Heben, Spannen und Halten

Der Fachverband Drahtseil-Vereinigung e.V. definiert Stahldrahtseile und Stahldrahtlitzen als „hoch beanspruchbare Maschinenelemente, die in vielen Bereichen der Technik wichtige Aufgaben wie Tragen, Fördern, Heben, Spannen und Halten erfüllen.“ Zu den Eigenschaften gehören eine hohe Belastbarkeit verbunden mit Flexibilität und Elastizität sowie eine hohe Verschleißfestigkeit und gute Dauerbiegewechseleigenschaften. Je nach Einsatzgebiet werden auch Seile aus bestimmten Nichteisen-Metallen und anderen Werkstoffen eingesetzt.

Ein Drahtseil entsteht, wenn man kaltgezogene Stahldrähte wendelförmig umeinander legt („schlägt“), wodurch eine Litze entsteht, und mehrere Litzen auf ähnliche Weise um ein zentrales Element, die “Seele”, verseilt. Mit wachsender Drahtanzahl steigen die Festigkeit und die Flexibilität des Seils. Um voll einsatzfähig zu sein, muss ein Seil noch mit Endbeschlägen versehen sein.

Das Drahtseil wurde im Jahr 1834 von dem Oberbergrat Julius Albert in Clausthal erfunden, der auch die Seilforschung begründete. Er suchte nach einem Ersatz für die damals im Bergbau verwendeten Förderketten, die durch das ständige Auf- und Abrollen stark belastet wurden und beim Bruch des sprichwörtlich schwächsten Gliedes total versagten – teilweise mit katastrophalen Folgen. Das von Albert entwickelte Drahtseil bestand aus drei Litzen zu je vier Drähten von je 3,5 mm Durchmesser und hatte einen Gesamtdurchmesser von etwa 18 mm. Es hatte die sechsfache Tragkraft eines Hanfseiles gleichen Durchmessers und die vierfache Tragkraft einer achtmal so schweren Kette und wurde am 23. Juli 1834 in einem 484 m Bergwerksschacht in Clausthal erfolgreich erprobt [1].

Typisch und spektakulär

Bekannte Einsatzgebiete für Drahtseile sind Hebe- und Förderanlagen wie Krane, Aufzüge und Seilbahnen. Drahtseile sind auch unverzichtbar für den Ausbau der Stromversorgung, zum Beispiel, um Masten für Überlandleitungen aufstellen, Übertragungsleitungen aufziehen und Rotorblätter an Windkraftwerken anbringen zu können. Dünne Stahlseile werden oft eingesetzt, um Schalt- und Sicherheitsfunktionen in technischen Bauteilen flexibel und sicher einzuleiten. Ein Beispiel sind die unter der Bezeichnung „Bowdenzüge“ an Zweirädern als Zugseile für Schalt- oder Bremsvorgänge eingesetzten Drahtseile. Sonnenschutz-Markisen und Kopiergeräte funktionieren mit ihnen, Förderbänder werden durch eingearbeitete Feindrahtseile verstärkt, und bestimmte große Bauwerke werden von Seilen aus Stahldrähten gehalten.

Rettung am Seil

Im Oktober 2010 wurden 33 in einem chilenischen Bergwerk verschüttete Bergleute nach wochenlangem Ausharren in einem Aufenthaltsraum im Berginneren auf spektakuläre Weise gerettet. Die Rettung erfolgte mit einer Bergungskapsel, die am Seil einer Winde befestigt war und durch einen speziell gebohrten Schacht zu dem Aufenthaltsraum abgelassen wurde. Mit der Fertigung des 1.000 m langen Drahtseils war ein österreichischer Seilhersteller beauftragt worden, der umgehend alles in Bewegung gesetzt hatte, um so rasch wie möglich das Spezialseil zu fertigen und per Luftfracht nach Chile zu bringen. Das Seil musste drehungsfrei sein, weil die Kapsel sich beim Bergungseinsatz auf keinen Fall drehen sollte. Gefertigt wurde das Seil mit einer speziellen Technik, bei der die „Seele“ mit Kunststoff umspritzt wird, ein Verfahren, das das Unternehmen ebenfalls beherrscht.

Seilbahnen, Seilbauwerke und Nervenkitzel

An Hängeseilbahnen kann man die Funktion und Bedeutung von Drahtseilen als Trag- wie Zugelement gut beobachten. Mit diesen Verkehrsmitteln, die zu den sichersten überhaupt zählen, gelangt man auf beeindruckende Berge, aber auch über breite Flüsse. Als Attraktion der Bundesgartenschau 2011 in Koblenz wurde eine Seilbahn installiert, die das Deutsche Eck über den Rhein hinweg mit der Festung Ehrenbreitstein verbindet. Die von einem Schweizer Unternehmen hergestellten Tragseile haben einen Durchmesser von nur 54 mm, genauso wie das Tragseil des oberen Abschnitts vor der in 3.778 m Höhe gelegenen Bergstation der Seilbahn, die zur Aiguille du Midi am Mont-Blanc-Massiv hinaufführt. Dieser Streckenabschnitt überwindet bei einer freien Spannweite von 2.867 m einen Höhenunterschied von 1.500 m und gilt als steilste Seilbahnstrecke der Welt. Das Seil trägt eine Kabine, die bis zu 65 Passagiere transportieren kann. Diese Seilbahn wie auch die, die auf den Zuckerhut in Rio de Janeiro führt, waren übrigens Schauplatz atemberaubender Szenen in der Verfilmung von James-Bond-Romanen. Beim Betrachten der Filmszenen, in denen es um Menschen geht, deren Leben von der Seil- und letztlich Drahtfestigkeit abhängt, mag man die Redewendung „Nerven wie Drahtseile“ besser verstehen, die die Fähigkeit mancher Menschen ausdrückt, psychisch extrem belastbar zu sein. Zu diesen gehört zweifelsohne der Hochseilakrobat Falko Traber, der mit Einträgen im Guiness-Buch der Rekorde und etlichen Höhenrekorden einer der wenigen Artisten ist, die es im wahrsten Sinne des Wortes ganz nach oben schafften. Eine maßgebliche Funktion hatten (und haben) dabei Drahtseile: So war Falko Traber mit einem Fahrrad auf einem Drahtseil im Bereich der Zugspitze unterwegs, überquerte auf ähnliche Weise den Rhein, lief zu Fuß auf dem Seil der längsten frei hängenden Seilbahn in Kitzbühel in 400 m Höhe und ging auf dem Seil der Zuckerhut-Seilbahn in 200 m Höhe.

Drahtseile revolutionierten auch die Architektur, vor allem den Brückenbau. Hängebrücken wie die Golden Gate Bridge in San Francisco, Schrägseilbrücken wie die Köhlbrandbrücke in Hamburg und der Viaduc de Millau in Südfrankreich, mit 2.460 m übrigens die längste ihrer Art, und nach anderen Konstruktionsprinzipien, aber unter Einbeziehung von Drahtseilen gebaute Bogenbrücken wie die Fehmarnsundbrücke und die Sydney Harbour Bridge sind herausragende Beispiele. Auch das transparente Dach des Münchner Olympiastadions, das rasch zu einem der Wahrzeichen der Stadt wurde, wird von Drahtseilen gehalten. In den beiden letztgenannten Fällen besteht die Möglichkeit, in einer kleinen, von einem Fachmann geführten Gruppe auf schwindelerregende Höhen zu steigen – abgesichert nur durch ein unscheinbares Seil aus Stahldraht.

Lösungen aus der Draht- und Kabelindustrie

Die Draht- und Kabelindustrie hat Lösungen entwickelt, die für alle Beteiligten sehr attraktiv sein dürften und die Empfehlungen von Fachverbänden erfüllen. Eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit Drahtseilen spielt die im Jahr 1963 gegründete Internationale Organisation zum Studium der Betriebsfestigkeit von Seilen O.I.P.E.E.C. (International Organization for the Study of the Endurance of Ropes). Interessante Beiträge über Drahtseile und den Drahtseilsektor enthält auch die Website des Drahtseil-Spezialisten Roland Verreet (www.seile.com).

Draht und die Fachmesse wire 2012

Draht und Drahtprodukte wie Kabel, Seile, Federn, Schrauben, Geflechte, Gitter oder auch Elektrospulen spielen in allen Bereichen des Lebens eine unverzichtbar wichtige Rolle. Über zukunftsweisende Fertigungs- und Anwendungskonzepte informiert die internationale Leitmesse für die Draht- und Kabelindustrie wire, die im kommenden Frühjahr zum 13ten Mal in Düsseldorf ausgetragen wird. Synergieeffekte ergeben sich dadurch, dass zeitlich und räumlich parallel zur wire 2012 die internationale Rohrfachmesse Tube 2012 abgehalten wird. Die wire 2012 und die Tube 2012 finden vom 26. – 30. März 2012 in Düsseldorf statt.

[1] aus: Roland Verreet: „Eine kurze Geschichte des Drahtseils“ / „A short history of steel wire ropes“ (www.seile.com)

Pressekontakt 2012:
Petra Hartmann-Bresgen
Kathrin Kleophas van den Bongardt
( +49 (0)211/4560-541/-544
2 +49 (0)211/4560-87 541/-87 544
HartmannP@messe-duesse
 
Pressetext wire.de

http://www.wire.de

 
 
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