Wildspitzbahn_

Wildspitzbahn, Pitztal, Österreich, Baumschlager Hutter Partner

Auf 3429 Meter über dem Meer liegt die höchstgelegene Bergstation in Österreich. Die derzeitige Wildspitzbahn wurde komplett erneuert und durch ein Restaurant erweitert.

Die einzigartige Aussicht in die Alpen ist der Ausgangspunkt zu allen Überlegungen und zur gewählten Formensprache. Die Konstruktion – formabhängig, entsteht aus den natürlichen Rahmenbedingungen und der technischen Machbarkeit.

Geringste Aufstandsflächen, Gletscherzunge, steil abfallende Bergseiten und die extreme Höhenlage mit entsprechender Sonneneinstrahlung, Wind und dünner Luft, schränken die Spielräume stark ein. Eine Stahl-Alu-Konstruktion auf die bestehenden Fundamente abgestellt, bildet die Basis für eine Form die auf die Aussicht einerseits und die Witterungsbedingungen andererseits reagiert. Das Gebaute fügt sich in die Formenwelt der ganzjährig bestehenden, von der Natur hergestellten „Schneearchitektur“ ein. Soweit der Ort Zurückhaltung machbar macht tritt der Bau zurück, um vordergründige Überheblichkeit im Anblick der Mächtigkeit der Naturlandschaft zu vermeiden.

Atemberaubend, Artikel von Walter Wille pdf

AT, Pitztal
Bauherr: Pitztaler Gletscherbahn GmbH & Co KG, AT, St. Leonhard im Pitztal
Planung: Baumschlager Hutter ZT GmbH, AT, Dornbirn
Projektleitung: Oliver Baldauf Mitarbeiter: Emanuel Kloss Sylvia Elison Photographie: Marc Lins
Örtliche Bauleitung: DI Christoph Neier, Baubüro, AT, Rum
Statik: Aste Weissteiner ZT GmbH, AT, Innsbruck
Elektroplanung: Systech solution, AT, Reutte
Lichtplanung: Supersymetrics GmbH, CH,Heerbrugg
Gebäudetechnik: Ingenieurbüro Christian Strigl, AT, Pflach
Bauphysik: DI Dr. Lothar Künz ZT GmbH, AT, Hard
Seilbahnplanung: Melzer & Hopfner, Ingenieurgesellschaft mbH & Co KG, AT, Bregenz
Gebäudehülle: Frener & Reifer GmbH, IT, Brixen
Stahlbau: Bitschnau GmbH, AT, Nenzing
Seilbahntechnik: Doppelmayr Seilbahnen GmbH, AT, Wolfurt
Rohbauarbeit: ARGE Hoch-Tief-Bau Imst GesmbH, AT, Imst,
Ing. Franz Thurner Bau GmbH & Co KG, AT, Ötz
Bruttogeschossfläche: 1.124  m2
Nutzfläche: 977 m2
Planungsbeginn: 2010
Baubeginn: Mai 2011
Fertigstellung: November 2012

www.baumschlager-hutter-partners.com

Bauen im Hochgebirge – neue Projekte aus Tirol

Die Verwertung der natürlichen alpinen Ressourcen verlief wie im Zeitraffer mit zunehmender Geschwindigkeit: Im 19. Jahrhundert entdeckten die Engländer – nachdem sie den Italien- und Griechenland-Tourismus erfunden hatten – die Berge als aufregendes neues Reiseziel. Erste Hotels in den Schweizer Alpen entstanden. Davon inspiriert, startete bald auch in Österreich die Erschließung der spektakulären Bergwelt. Bekannte frühe Beispiele sind etwa die Arlbergbahn (erbaut 1880-1884, der Tourismus war ein Nebenprodukt dieser Verbindung nach Vorarlberg) und die Karerpass-Straße in Südtirol (erbaut 1861-1896, mit Grandhotel). Trotz der Katastrophe des Ersten Weltkrieges stieg die Nachfrage ab 1924 rasch wieder an: Der modische Alpintourismus bot nun – stimuliert auch von publizistischen Großerfolgen wie den Büchern von Ernest Hemingway  und den Filmen von Luis Trenker – vielen armen Bergtälern eine wirtschaftliche Perspektive. Entscheidend bei allen Tourismusprojekten ist natürlich die Infrastruktur – in den 1920er Jahren entstanden in rascher Folge große Seilbahnen (etwa die Nordkettenbahn und die Patscherkofelbahn in Innsbruck) sowie Hotels mit anspruchsvoller moderner Architektur von Pionieren wie Siegfried Mazzagg, Franz Baumann und Wilhelm Nicolaus Prachensky (Kitzbühel, Seefeld) – vorerst allerdings in straßenmäßig bereits erschlossenen Gebieten. Dieser Vorstoß erster, zunächst nur gehobener Bevölkerungsschichten ins Hochgebirge wurde als cooles, technoides Fortschrittsprojekt interpretiert und nicht als folkloristische Entertainment-Veranstaltung. Nach einer weiteren kurzen Pause im Zweiten Weltkrieg ging der Ausbau in die Breite und erfasste nun praktisch das gesamte Land Tirol – viele Gemeinden oberhalb des Inntals verfügen heute über Seilbahnen, Lifte oder Hotels. Der Straßenbau wurde als Top-Priorität der Landespolitik nun auch in die entlegensten Täler vorangetrieben. In den 1970er Jahren erreichten die Verkehrswege schließlich jene hintersten Talschlüsse, über denen sich die fünf Gletschergebiete Tirols erheben (Hintertuxer, Stubaier, Ötztaler, Pitztaler und Kaunertaler Gletscher)…. Artikel weiterlesen ; http://www.springerarchitektur.at/bauen-im-hochgebirge-neue-projekte-aus-tirol/

Facebooktwittergoogle_pluspinterestmailby feather