URBAN NATION MUSEUM FOR URBAN CONTEMPORARY ART_

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copyright Urban Nation

Am 19.05.2016 fiel der Startschuss für ein Projekt, das die vielfältige Kulturlandschaft Berlins, aber auch die internationale Kunstszene bereichern wird: In der Berliner Bülowstraße wurde der Baubeginn für das kommende URBAN NATION MUSEUM FOR URBAN CONTEMPORARY ART gefeiert. In den kommenden Monaten entsteht damit eine weltweit einmalige Anlaufstelle für Ausstellungen, Forschung und Austausch rund um eine der bedeutendsten Kunstformen des 21. Jahrhunderts. Kulturstaatssekretär Tim Renner überbrachte den Initiatoren des ambitionierten Vorhabens die besten Wünsche der Berliner Landesregierung.
Eröffnen wird die international einzigartige Institution Mitte 2017 in dem dann umgebauten Schöneberger Gründerzeitgebäude Bülowstraße 7. Es wird also kein neues Gebäude entstehen, sondern die jetzige Immobilie nach innovativen Plänen des Architekturbüros GRAFT zum Museum umgestaltet. Wie ein ganz normales Wohnhaus sieht das Gebäude allerdings schon länger nicht mehr aus: Regelmäßig wurde es in den vergangenen drei Jahren zur riesigen Leinwand für die Arbeiten wechselnder internationaler Streetart-Größen, darunter Shepard Fairey, D*Face, Maya Hayuk oder The London Police. Eingeladen wurden sie von URBAN NATION, einer Initiative, die seit 2013 kreativ und höchst erfolgreich lokale wie internationale Streetartists vernetzt. Die Idee und künstlerische Ausgestaltung der Museumspläne gehen auf Yasha Young als Leiterin und künftige Museumsdirektorin zurück. Verankert ist URBAN NATION in der Berliner Leben, einer von der Gewobag 2013 gegründeten, gemeinnützigen Stiftung.
Drei Säulen des kommenden Museums stehen bereits: Connect. Create. Care.
Unter dem Leitmotiv „Connect. Create. Care.“ bringt die Kunstinitiative ihr Konzept und ihr Programm auf den Punkt: So arbeitet URBAN NATION als internationales Netzwerk, das durch regelmäßige Kunstprojekte und Ausstellungen Verbindungen zwischen Künstlern, Kreativen und der Öffentlichkeit befördert und dabei zugleich hochkarätige Urban Art für Berlin produziert. Etwa mit der Reihe „Project M/“: Viermal pro Jahr werden hierbei international anerkannte Künstler zur Gestaltung von Fassaden und Schaufensterbereichen in der Bülowstraße eingeladen. Bei diesen festivalartigen Kunstevents entstanden zahlreiche Werke, die nun auch den Grundstock der Museumssammlung bilden. Eine andere Serie unter dem Titel „One Wall“ verwandelt die Stadt in eine riesige Outdoorgalerie, indem URBAN NATION regelmäßig Künstler einlädt, Fassaden an zentralen Gebäuden der Stadt zu gestalten. Bei „One Walls“ setzen sich die Urban Art-Künstler mit dem Umfeld auseinander, nehmen die Energie vor Ort auf und lassen sie in ihr Werk einfließen. Aktuelle beeindruckende Beispiele sind die drei jeweils 42 Meter hohen Fassadenbilder in Tegel-Süd der Künstler Fintan Magee, HOWNOSM sowie Collin van der Sluijs. URBAN NATION konnte seit 2013 insgesamt 219 bekannte und aufstrebende Künstler gewinnen, die 320 großformatige und viele kleinere Werke (Murals) geschaffen haben.
URBAN NATION vernetzt, URBAN NATION gestaltet – und die Initiative setzt sich für soziale Belange ein, denn kaum eine Kunstform ist geeigneter, Menschen mit bisher wenig Berührungspunkten zu Kunst und Kultur in ihren Bann zu ziehen. Man muss nicht künstlerisch geschult sein, um vom Mural auf der anderen Straßenseite spontan fasziniert zu sein und zum Nachdenken angeregt zu werden. Streetart findet statt, wo Menschen wohnen und arbeiten, und lädt insbesondere auch junge Leute dazu ein, sich auf Augenhöhe mit ihr zu beschäftigen. Genau dieses Potenzial nutzt URBAN NATION in verschiedenen sozialen Projekten: Gemeinsam mit Künstlern werden Workshops durchgeführt, in denen sich Kinder mit Kunst und ihrem Kiez auseinandersetzen. Ziel ist es, Impulse für die kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen zu schaffen. Die Bildideen der Kinder und Künstler entstehen in der Auseinandersetzung mit der Umgebung und sorgen so tagtäglich für eine stärkere Identifikation der Menschen mit ihrem Kiez.

Das etwas andere Museum: Ein Haus, wechselnde Hüllen, interaktive Formate

Dass die umtriebige Arbeit der URBAN NATION sich nun zukünftig aus dem Stadtbild ins Museum zurückzieht, ist nicht zu befürchten. Statt musealen Staub anzusetzen, wird der Ort vielmehr auf verschiedene Weise das klassische Konzept eines Museums  unterlaufen, ohne dabei auf den wissenschaftlichen Anspruch an ein international anerkanntes Museums zu verzichten. Sammeln, bewahren, forschen, diese Grundprinzipien eines Museums werden auch bei URBAN NATION hochgehalten, jedoch unkonventioneller:Statt nur zu konservieren, nimmt URBAN NATION dasMerkmal der temporären Urban Artauf. Regelmäßig wird sich das Haus mit wechselnden Murals eine neue Fassade überstreifen und damit immer wieder das Stadtbild verändern. Im Gegensatz zu einem konventionellen Museum werden Architektur und Oberflächen des Gebäudes zum Bildträger, das Haus selbst zum Kunstwerk. Die mobilen Fassadenelemente werden
erhalten und neben der klassischen Bildersammlung bewahrt. Das Museumsinnergestaltet von GRAFT Architekten, bietet ungewöhnliche Erfahrungen: URBAN NATIONverlegt die Straße buchstäblich ins Gebäude. Eine Trasse, ein Galeriesteg, die sich durch das zweigeschossige Innere zieht, ermöglicht es, die ausgestellten Arbeiten sowohl aus der Distanz als auch aus der Nähe zu betrachten. Einzigartige Ausstellungen und pädagogische Formate machen das Museum zum Magneten für Berliner und Touristen. Mitten in Berlin, dem Zentrum einer hochkarätigen wie aktiven Kunstszene, schließt das Museum eine internationale Lücke, indem es endlich einen festen Anlaufpunkt für eine der wichtigsten Kunstformen des 21. Jahrhunderts schafft.
Ein weiteres Kernstück des Hauses wird das Martha-Cooper-Archiv: Die Fotojournalistin war eine der ersten, die die Entstehung der Urban Art seit Ende der 1970er Jahre sichtbar gemacht hat. Dem Museum überlässt sie einen bedeutenden Teil ihrer Sammlung. Das URBAN NATION-Museum kann somit auch als Gedächtnis für die temporäre Kunst gesehen werden. Das wachsende Archiv wird Wissenschaftlern aber auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, ergänzt um Veranstaltungen, beispielsweise Panels gemeinsam mit Hochschulen.

www.urban-nation.com

 

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