Solarmodul-Forschungslabor der Universität Luxemburg erhält massive EU-Beihilfe_

Pressemitteilung der Universität Luxemburg

Solarzellen sind die „Stromerzeuger” in den Solarmodulen, die die Strahlungsenergie der Sonne in elektrische Energie für Haushalte und Büros umwandeln. Sie sind in der Herstellung recht teuer, doch in Anbetracht des ersten Jahrestages der Nuklearkatastrophe von Fukushima/Japan und der geplanten Abschaltung aller deutschen Atomkraftwerke bis 2022 investiert Europa derzeit in erheblichem Umfang in die Erforschung alternativer Energien, um seine Abhängigkeit von nuklearen und fossilen Brennstoffen zu verringern. Dank seines Engagements für die Entwicklung effizienterer Solarmodule könnte Europa auf diesem neuen Gebiet weltweit führend werden.

Das Photovoltaiklabor der Universität Luxemburg sowie weitere 13 Partner aus der europäischen Wirtschaft und Wissenschaft haben sich zum sogenannten Scalenano-Projekt, einem von der Europäischen Kommission finanzierten, länderüber­greifenden Verbundforschungsprojekt, zusammengeschlossen. „Unser wesentliches Ziel ist die Entwicklung einer kostengünstigen und effizienten Solarzellentechnologie. Durch eine Verbesserung der Wettbewerbsfähig­keit dieser Technologie werden die Kosten soweit gesenkt, dass die Solartechnologie schließlich für die breite Masse erschwinglich wird“, erklärt Dr. Phillip Dale, Leiter der Galvanotechnik-Gruppe des Photovoltaiklabors und einer der führenden europäischen Wissenschaftler auf diesem Gebiet. Die Ergebnisse dieses Forschungsprojekts werden sich vermutlich auf die Gestaltung der künftigen Energiepolitik auswirken und in den kommenden Jahren eine nachhaltige Energieversorgung sicherstellen.

Das Luxemburger Scalenano-Team unter der Leitung von Dr. Dale wird mit Hilfe modernster Forschungsinstrumente speziell untersuchen, wie sich das Verfahren verbessern lässt, mit dem die einzelnen chemischen Bestandteile in einem so genannten RTA-Ofen (Rapid Thermal Annealing = schnelle thermische Ausheilung) (siehe Abbildung) zum gewünschten Solarzellenmaterial verbunden und „verbacken“ werden. Durch eine Verkürzung der Ofenzeit verringert sich der Energiebedarf, was wiederum zu einer Senkung der Herstellungs­kosten von Solarzellen führt.

Das Projekt hat eben erst begonnen und läuft bis 2015. „Wir warten voller Spannung darauf, mit der Arbeit beginnen zu dürfen, und sind davon überzeugt, dass wir über die entsprechende Ausstattung und Kompetenz verfügen, um einen signifikanten Beitrag leisten zu können. Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit unseren Forschungspartnern“, so Dr. Dale, ATTRACT-Fellow des Fonds National de la Recherche Luxembourg (FNR).

Brückenschlag zwischen Wissenschaft, Forschung und Industrie

Das Konsortium bringt Partner aus ganz Europa zwecks einer Zusammenarbeit zusammen und umfasst fünf Forschungsinstitute (Catalonia Institute for Energy Research, Projektkoordinator, EMPA – Swiss Federal Laboratories Materials Science and Technology, Istituto Italiano di Tecnologia, Commissariat à l’Energie Atomique et aux Energies Alternatives, Helmholtz Zentrum Berlin), vier Universitäten (University of Nottingham, Universität Luxemburg, Scuola Universitaria Professionale della Svizzera Italiana, Freie Universität Berlin) und vier Partner aus der Industrie (Merck KGaA, Nexcis Photovoltaic Technology, Innovative Materials Processing Technologies Ltd. and Semilab).

Das Ziel von Scalenano, die Herstellungskosten von Solarmodulen zu senken, entspricht dem 20-20-20-Ziel der Europäischen Kommission und dem Europäischen Strategieplan für Energietechnologie. Finanziert wird das Projekt durch das Siebte Rahmenprogramm für Forschung und technologische Entwicklung (FP7) der Europäischen Kommission, dem wichtigsten EU-Instrument für die Finanzierung der Forschung in Europa.

Das Photovoltaiklabor unter der Leitung von Prof. Dr. Susanne Siebentritt ist Teil der Forschungseinheit Physik- und Materialwissenschaften der Fakultät für Naturwissenschaften, Technologie und Kommunikation der Universität Luxemburg.

Weitere Informationen auf www.scalenano.eu oder www.uni.lu/research.

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