Solar Decathlon Europe 2014_

Bei der europäischen Ausgabe des studentischen Wettbewerbs Solar Decathlon wetteiferten in diesem Jahr 20 Teams aus 16 Ländern um das beste Solarhaus. Im Juli wurden die autarken Sonnenhäuser im Schlossgarten von Versailles aufgebaut und von einer Jury nach zehn verschiedenen Gesichtspunkten bewertet: Die Häuser sollten möglichst energieeffizient, nachhaltig und kostengünstig in der Anschaffung sein und mittels solaraktiver Flächen (Photovoltaik und Solarthermie) mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen.

Die Gewinner
Der erste Preis ging an die italienischen Studenten der Universität Rom III für ihr Projekt Rhome for Dencity, ein 80 Quadratmeter großes Holzfertighaus mit Loggien nach Norden und Süden. Flexible, in die Fassade integrierte Photovoltaik-Module erzeugen Strom und verschatten gleichzeitig das Gebäude. Das besondere an ihm ist, dass es generationsübergreifend für Jung und Alt konzipiert ist. Den zweiten Platz belegte das französische Atlantic-Challenge-Team aus Nantes mit Philéas, einem Glashaus mit Zusatznutzen. Neben einem Wohnraum beherbergt es Büros und ein Restaurant. Unter dem Glasdach mit integrierten monokristallinen Doppelglasmodulen lässt sich außerdem Gemüse anbauen. Beim drittplatzierten Haus Prêt-à-Loger revitalisierte das Studententeam von der TU Delft ein für die Niederlande typisches Reihenhaus und stattete es mit PV-Modulen aus, die Strom erzeugen und gleichzeitig die Terrasse verschatten.

Die Entwürfe der deutschen Teilnehmer
Das deutsche Team der TU Berlin kam mit seinem Projekt Rooftop auf den vierten Platz. Die Studenten entwarfen eine Plusenergie-Wohneinheit, die auf bestehende Altbauten gesetzt wird. Mit ihr lassen sich vorhandene Strukturen zur Verdichtung von Städten nutzen. Die in die Fassade integrierten Photovoltaikmodule produzieren so viel Energie, dass sie einen Teil des Energiebedarfs der darunter liegenden Wohnungen und Gewerberäume mit abdecken können. Anstelle des alten Dachstuhls setzen die Studenten das sogenannte Core-Modul, in dem die gesamte Gebäudetechnik installiert ist. Es übernimmt die Heizung, Warmwasserversorgung, Lüftung und Klimatisierung im Rooftop-Haus. Nach seiner Rückkehr aus Versailles soll das Rooftop Haus permanent auf den Dächern der Universität der Künste und der TU Berlin errichtet werden, um als Forschungseinrichtung zu dienen.

Das Energiehaus On Top der FH Frankfurt belegte den 7. Platz. Es ist ebenfalls eine Wohneinheit, die auf ein bereits bestehendes Gebäude aufgesetzt wird. Sie ist rund 100 Quadratmeter groß und besteht aus einer vorgefertigten, leichten Holzkonstruktion. Auch sie erzeugt mehr Solarenergie, als sie verbraucht und kann das Bestandsgebäude mitversorgen. Dessen Abwärme kann über eine nachzurüstende Abluftanlage und mittels Wärmepumpe in einem Wärmespeicher genutzt werden.

Ein weiteres deutsches Team waren die Studierenden der Fachhochschule Erfurt. Sie haben gemeinsam mit den beiden US-amerikanischen Universitäten Rhode Island School of Design (RISD) und der Brown University, beide aus Provindence, das 75 Quadratmeter große Techstyle-Haus entwickelt. Seine Gebäudehülle besteht aus einer mehrschichtigen textilen Membran mit integrierten PV-Modulen. Die Außenhaut dämmt und fängt solare Energie ein; der Wohnraum lässt sich flexibel den Bedürfnissen anpassen. Das Team erreichte damit den 14. Platz.

www.solardecathlon2014.fr

Pressemitteilung http://www.baunetzwissen.de/

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