SERVICE DES EAUX – CONSTRUCTION, EXTENSION ET RENOVATION_

Städtebauliche Situation / Konzept :

Der Service des Eaux  liegt an der Rue de Rollingergrund (Ost-West) und befindet sich dort in der Übergangszone zwischen Wohngebiet und Industriegebiet des Rollingergrund.

Gestiegene Anforderungen (und Wandel) hinsichtlich Funktionalität, Effizienz, Energiebedarf, Umweltschutz, der Zustand der Gebäude und die eher heterogene Gesamtsituation machten eine Überarbeitung der gesamten, baulichen Anlage notwendig.

In diesem Zusammenhang erfolgt eine Straffung und Neuordnung der Funktionen des Service des Eaux nach den Anforderungen eines modernen Unternehmens, unter Berücksichtigung der erhaltenswerten und charakterbildenden Bausubstanz (z.B. das ehemalige Pumpenhaus an der Rue de Rollingergrund).

Im Zuge des Umbaus entstehen die neue Fahrzeughalle mit darüber liegender Lagerhalle, das neue, eingeschossige Verwaltungsgebäude an der Rue de Rollingergrund und der Lager- und Technikanbau an den Beckenkammern im vorderen Hof. Das bestehende Lagergebäude und das alte Pumpenhaus werden kernsaniert, restauriert und umgenutzt. Die Wasserbeckenkammer wird baulich und technisch komplett saniert und modernisiert.

Architektonisches Konzept:

Das architektonische Konzept sieht drei Neubauten (Gebäude A, C und D), den Umbau des zweigeschossigen Bestandsgebäudes (Gebäude B) und die Renovierung des alten Pumpenhauses (Gebäude E) vor.

Gebäude E und D

Das alte Pumpenhaus (Gebäude E) wird renoviert und restauriert und bildet aufgrund seiner Signifikanz für das „Unternehmen“  Service des Eaux das historische Bindeglied zu den Neubauten.

An das Pumpenhaus schließt sich der eingeschossige, leicht zurück versetzte, Verwaltungsneubau (Gebäude D) auf dem Wasserreservoire an. Der dadurch entstehende Vorplatz mit Besucherparkplätzen und begrüntem Vorbereich bildet die Eingangssituation.

Der eingeschossige Neubau in Niedrigenergiebauweise, mit begrüntem Flachdach und homogener Glassfassade, bildet eine in sich ruhende Einfassung des alten Pumpenhauses ohne mit dem bestehenden Baukörper zu konkurrieren. Der neue Verwaltungsbaus (D) auf der Bestandsdecke der Wasserbecken ist eine Gewicht sparende Stahlskelettkonstruktion mit vor gehängter Glassfassade zur Optimierung und Reduzierung der Lasten. Der gesamte Innenausbau ist in Leichtbauweise ausgeführt. Alle Hauptlasten werden über die Stahlstruktur in die Fundamente der Wasserbecken abgeleitet.

Die Ganzglasfassade ist mit einem Sonnenschutz mit Lichtlenkung ausgestattet, was in den dahinter liegenden Büros für helle, freundliche und blendfreie Arbeitsplätze sorgt, gleichzeitig aber ein aufheizen der Räume verhindert. Anordnung und Form der Lamellen ermöglichen, bei jeder Stellung, eine optimale Durchsicht nach Draußen.

Der komplette Außenbereich über dem Reservoir um den Neubau (D) und das ehemalige Pumpenhaus (E) wird begrünt.

Gebäude C

Das Wasserreservoir unter dem Gebäude D und E wird nach Süden hin nach Abbruch des alten Garagenanbaus durch einen Stahlbetonanbau (Gebäude C) ergänzt.

Dieser beinhaltet spezielle Lager- und Nebenräume für das Reservoir, und die Anschlussräume für  Schwach-, Niedrig- und Mittelspannung. Der neue Anbau (C) mit Sichtbetonfassade schließt mit seinem begrünten Dach nahtlos an die umlaufende Begrünung des Außenbereiches um das Gebäude D an. Die Schichtbetonelemente bilden eine klare Trennung zur alten Natursteinvormauerung des Wasserreservoirs.

Gebäude B

Das bestehende, zweigeschossige Lagergebäude (Gebäude B) wird umgebaut und erhält neue Nutzungen. Im Niveau -1 befinden sich das neue Atelier, die Heizzentrale mit Wärmepumpen, die aus dem Beckenwasser gespeist werden und die Kältezentrale. Im Niveau 0 darüber sind Verwaltungsräume, ein Speisesaal, ein Archivraum, Umkleiden und Duschräume untergebracht. Im Zuge der Kernsanierung erhält das Gebäude eine neue zweite „Haut“ aus Profilglas mit Transparenter Wärmedämmung, die dem Industriebaucharakter unterstreicht. Die gleichmäßige Fassadenoberfläche schafft mit ihrer Farbigkeit den thematischen Bezug zum Unternehmen. Gleichzeitig wird eine maximal mögliche Belichtung erreicht. Auf dem nördlichen Teil des Daches befindet sich die, mit Lamellen verkleidete, Einhausung der Lüftungsanlage. Der Rest des Daches wird ebenfalls begrünt.

Gebäude A

Mit dem Neubau des zweigeschossigen, riegelförmigen Baukörpers (Gebäude A) erhält der Service des Eaux einen LKW-Hangar mit 26 Stellplätzen für seine Fahrzeuge im Niveau -1 und ein großzügiges Lager mit Lagerverwaltung im Niveau 0. Der Ost-West-orientierte Neubau schließt östlich mit einer Passerelle im Niveau 0 an das Bestandsgebäude B an und bildet den südlichen Abschluss der Anlage. Das Lager wird über zwei Erschließungskerne mit Treppenhaus und  Lastenaufzug, jeweils an den Kopfenden, erschlossen, um reibungslose Liefervorgänge zu gewährleisten.

Aufgrund des Auftretens der erhöhten Lasten des Lagers im Niveau 0 über dem LKW-Hangar wird das Gebäude als Stahlbetonskelettbau mit vorgespannten Decken  ausgeführt. Die Dachkonstruktion aus Holzleimbindern ermöglicht eine stützenfreie Lagerhalle. Lediglich die Erschließungskerne und die Rückwand des LKW-Hangars werden durch Betonfertigelemente überwiegend geschlossen. Sektionaltore mit verglasten Torblattfüllungen bilden die Nordfassade des LKW-Hangars im Niveaus -1. Das komplette Niveau 0 wird analog zum Gebäude B mit der gleichen Profilglasfassade geschlossen.

Durch den Einsatz von Glas (Profilglas an Gebäude A und B und Pfosten-Riegel Fassade am Gebäude D) als Hauptmaterial für die Fassadenausbildung wird ein homogener Charakter der Gesamtanlage mit thematischem Bezug (Wasser – Transparenz)  zum Unternehmen erzeugt. Begrünte Dachflächen und Außenbereiche wirken dabei unterstützend. Lediglich ruhige Sichtbetonflächen an den untergeordneten Neubauten und punktuell eingesetzte, helle Putzfassaden (Gebäude E) bilden einen stimmigen Kontrast zum Glas. Die verschiedenen Nutzungsfunktionen werden mit der Neuordnung klar den einzelnen Gebäuden zugeordnet und zentral zusammen gefasst, wobei durch die Verbindung der Baukörper mittels Passerellen und Treppenhäusern eine Durchgängigkeit erzeugt wird, die ein Erschließen von allen notwendigen Bereichen innerhalb der Gebäude ermöglicht.

Hautechnisches Konzept:

Das haustechnische Konzept der verschiedenen Gebäude ist deren spezifischer Nutzung entsprechend unterschiedlich ausgeführt: Die Lager- und Werkstattbereiche werden mit Deckenstrahlplatten beheizt. Büro-, Aufenthalts- und Sanitärräume werden mit Fußbodenheizung im Bestand bzw. Unterflurkonvektoren im Neubau beheizt. Sämtliche Heizflächen sind dabei konsequent auf Niedertemperatur mit Vorlauftemperaturen von 45 °C ausgelegt. Ein Teil der Büroflächen sowie der Haupt-Informatikraum werden zusätzlich gekühlt.

Die Büro-, Aufenthalts- und Sanitärräume sind an eine Lüftungsanlage mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung angeschlossen.

Bei der Wärme- und Kälteproduktion wurde ein besonders innovatives Konzept umgesetzt, welches als kombinierte Wärmequelle und Wärmesenke auf die unter dem Gebäude liegenden Quellwasserspeicher zurückgreift: Das ca. 10°C kalte Quellwasser wird als Wärmesenke zur Kühlung der Büro- und Informatikräume genutzt. Die Kühlleistung hierbei beträgt 50 kW. Zwei Wärmepumpen mit einer Heizleistung von je 83 kW nutzen hingegen das Quellwasser als Wärmequelle. Die Wärmetauscher zur Kühlung und zur Beheizung sind dabei über einen gemeinsamen Zwischenkreis an den Quellwasserspeicher angeschlossen, so dass die Abwärme der gekühlten Räume als Transferwärme wieder für die Wärmepumpen genutzt wird.

Die gesamte Haustechnik ist an eine Regelungsanlage mit zentraler Leittechnik angebunden.

„SERVICE DES EAUX“
(CONSTRUCTION, EXTENSION ET RENOVATION)
338, rue de Rollingergrund
L-2442 Luxembourg

Bauherr:

Ville de Luxembourg

Administration de l’architecte
Service Bâtiments
3, rue de Laboratoire
L- 1911 Luxembourg
 
Architekt:
architecture + aménagement s.a.
bertrand schmit
9b, Plateau Altmünster
L-1123 Luxembourg
 
Projektsteuerung:
HBH S.A.
16, rue Robert Stümper
L-2557 Luxembourg
 
Haustechniker:
GOBLET LAVANDIER & ASSOCIES
Ingenieurs-Conseils S.A.
17, rue J.P. Sauvage
L- 2514 Luxembourg
 
Tragwerkplanung:
INCA – Ingenieurs Conseils Associés S.à.r.l.
14, Z.I. Bomicht
L- 6947 Niederanven
 
http://www.a-a.lu

 

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