Produktive Städte_

Der Wohnungsbau hat derzeit weiterhin oberste Priorität, doch der Fokus auf eine einzige Typologie führt im komplexen Gewebe der Stadt zu neuen Problemen. Dabei geht es nicht nur um klassische Nutzungskonflikte, sondern um die grundsätzliche Frage, wie unser urbanes Leben in Zukunft funktionieren soll. Schon vor zwei Jahren blickte der Europan-Wettbewerb auf das Thema der „produktiven Stadt“. In der heute gestarteten aktuellen Runde soll dahingehend weitergedacht werden.

Produktiv, das ist wichtig, meint dabei eben nicht nur Gewerbe, sondern die Synergien zwischen „Ökosystemen, Menschen und der gebauten Umwelt“. Gemeinschaftliche Lösungsansätze zwischen unterschiedlichen Disziplinen seien gefordert, wobei die drei Felder „Ressourcen – Mobilität – Fairness“ explizit im Fokus stehen. 

Ist der Blick auf die „Mobilität“ noch evident, wird es – im Bezug zu Architektur und Städtebau – hinsichtlich der „Ressourcen“ schon vielschichtiger. Welche Vorstellungen sozialer, technischer, architektonischer und stadtplanerischer Neuerungen sind in diesem Zusammenhang zu entwickeln, heißt es in der Auslobung. Auch „Fairness“ im Sinne einer besseren Verknüpfung von räumlichen und sozialen Bedingungen verlangt sicherlich nach neuen Ideen.
Wie immer fordert der größte Ideenwettbewerb in Europa junge Architekten und Planer unter 40 Jahren auf, an verschiedenen Orten in Deutschland und ganz Europa zum Thema zu arbeiten. Neben der oberfränkischen Stadt Selb und der Bergischen Kooperation von Hilden, Ratingen, Solingen und Wülfrath sind es – vom südwestspanischen Casar de Cáceres bis Guovdageaidnu im Norden Norwegens – über 40 Standorte. Einsendeschluss des Wettbewerbs ist der 28. Juli, die Bekanntgabe der Ergebnisse erfolgt am 2. Dezember 2019.
Für die deutschen Standorte findet die offizielle Auftaktveranstaltung am kommenden Freitag in Berlin statt. Der Ort – ExRotaprint im Wedding – kann dabei selbst als ein gelungenes Beispiel zu den Themen des Wettbewerbs gelten. Das einstige Gelände eines Druckmaschinenherstellers wird heute mit einer heterogenen Nutzung aus Gewerbebetrieben, Kulturschaffenden und sozialen Einrichtungen gemeinnützig entwickelt.
Termin: Freitag, 22. März 2019, 16–22 Uhr
Ort: 
ExRotaprint, Gottschedstraße 4, 13357 Berlin

www.europan.de
www.europan-europe.eu
www.exrotaprint.de

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