Pritzker-Preis 2012 für Wang Shu_

Redaktion Bauwelt

Die mit 100.000$ dotierte Auszeichnung wird am 25. Mai in Beijing an den Architekten verliehen. In der Bekanntgabe hebt der Auslober die mit dem Preis verbundene Anerkennung der internationalen Bedeutung Chinas an der Entwicklung von Architektur und Städtebau hervor. Wang Shus Arbeit zeichne sich hierbei hier in besonderem Maße durch den harmonischen Umgang mit Bautradition, lokalen Interessen und Kultur aus.

Bauwelt 37.09 Artikel von: Shu, Wang, HangzhouDas Ningbo Museum ist ein Berg. Der Gedanke, einen Berg zu bauen, kommt aus einer städtebaulichen Überlegung. Das Grundstück befindet sich in Yinzhou, dem neuen Stadtteil von Ningbo. An der Ostseite des Museums wurden riesige Verwaltungsgebäude, Stadtplätze und Kulturzentren gebaut.Im Süden, jenseits eines großen Freizeitparks, liegen noch Reisfelder. Diese sollen durch mehr als zehn Hochhäuser ersetzt werden. Die Straßen sind extrem breit. Der Abstand zwischen zwei Gebäuden ist größer als hundert Meter. Bei diesem Maßstab gibt es kein urbanes Gefühl. Der Architekt erkennt, dass hier die Stadtstruktur nicht mehr zu retten ist. Wir haben uns deshalb entschieden, ein Wesen mit Eigenleben zu entwerfen. Dabei haben wir versucht, von der Natur zu lernen. Interessant ist, dass es in dem Freizeitpark gegenüber dem Museum einen künstlichen Berg aus Beton gibt, der wiederum die Kopie eines echten Bergs sein soll. Wir wollten einen noch künstlicheren Berg bauen. Vielleicht versteht man so eher die Würde eines echten Bergs.

Bedeutung vermeiden
Das Ningbo Museum wurde als Teilstück eines Gebirges entworfen. Ein Gebirge ist fortlaufend, so wie eine organische Stadtstruktur auch ununterbrochen sein soll. Dieses Gebäude
hat eine scharfe Kante, als hätte man mit einem Beil ein Stück vom Gebirge abgeschlagen. Es steht verlassen in der leeren Landschaft und lässt an die nicht existierende Umgebung denken. Die Grundfläche des Gebäudes ist rechteckig, aus der Entzenfernung betrachtet ist das Museum eine Kiste. Wenn man aber näher herantritt, spaltet sich der Baukörper nach oben auf und wird zu einer Felsformation. Das Gebäude erzählt die Geschichte einer monotonen Schachtel, die sich in eine natürliche Erscheinung verwandelt. Der rechteckige Grundriss verhindert überflüssige Bedeutungen, die wesenhafte Materialität ist das Einzige, was dieses Gebäude bedeuten will. Seine Nordseite verschwindet in einem künstlichen Wasserbecken, dessen Ufer mit Schilf bepflanzt ist.

www.bauwelt.de

Amateur Architecture Studio
218 Nanshan Road
310002 Hangzhou
Phone +86 571 8716 4708
Fax +86 571 8716 4708
wangshu@caa.edu.cn
Facebooktwittergoogle_pluspinterestmailby feather