Parametric Tower Research_

Parametric Tower Research
Zaha Hadid Architects

16.01.2012 – 08.03.2012, AIT-Architektursalon Köln

 

von: Maier-Solgk, Frank, Düsseldorf

Schenkt man Patrik Schumacher Glauben, dann ist Parametrismus das Motto für die architektonische Zukunft.

Die universell einsetzbare, hochvariable Entwurfsmethode könne auf die Komplexität der „vernetzten, postfordistischen Welt“ reagieren und alle Ismen der letzten Jahrzehnte ersetzen – einschließlich der Moderne, die durch das Prinzip der Wiederholung gekennzeichneten sei. Parametrismus, so der langjährige Partner von Zaha Hadid bei seinem Vortrag im Kölner AIT-Architektursalon, sei als neuer „international style“ die Antwort auf die heutigen gesellschaftlichen Anforderungen.

Was Schumacher schon seit einiger Zeit mit Verve verkündet, ist nun, vielleicht, an konkreten Beispielen überprüfbar – in der Anwendung auf Hochhäuser. Bisher haben sich Zaha Hadid Architects weitgehend auf die Horizontale beschränkt und vor allem Museen und Science Center in jenem organisch fließenden Stil entworfen, der sich ganz offensichtlich an den stromlinienförmigen (Sitz)-Möbeln aus der eigenen Designabteilung orientiert. Das Hochhaus, ohnehin ein anti-avantgardistischer Bautypus, wie Schumacher findet, hätte sich bis auf Ausnahmen als „vertikale Sackgasse“ erwiesen und einer Neukonzeption erwehrt. Nun wird das erste Hochhaus aus dem Büros Hadid fertiggestellt: die Hauptverwaltung für die Reederei CGA CGM in Marseille, die sich, kühn gekrümmt, 140 Meter hoch in den südfranzösischen Himmel türmt.

Rechtzeitig präsentiert die Ausstellung im Architektursalon die universale Theorie dazu. Sie basiert auf Forschung im Büro selbst und auf dem Universitätsprojekt „Parametric Tower Research“, das Hadid initiiert hat. Dabei ging es darum, einen anpassungsfähigen Prototyp zu entwickeln, dessen Grundschema sich je nach Standortbedingungen (Masse, Funktion, Topographie, Klima etc.) variieren lässt. Die erreichte größere Vielfalt im Hochhausbau ist, Schumacher zufolge, das Ergebnis einer Neu-Analyse des Gesamtsystems Hochhaus mit seinen vier Subsystemen: Tragsystem (Skelett), Fassadensystem (Hülle), Nutzflächensystem (Geschosse), Navi­gationssystem (Lufträume, Aufzüge).

Facebooktwittergoogle_pluspinterestmailby feather