Metropol Parasol Sevilla_

Konferenz Metropol Parasol Sevilla

Andre Santer, J. Mayer H. und Prof. Dr.-Ing. Volker Schmid, Arup und TU-Berlin

im Rahmen des Weekend du Bois 2012

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts verlangte der Wettbewerb zwischen den klassischen europäischen Kulturstätten eine umfassende Erneuerung der städtischen Infrastruktur Sevillas. Um der Angleichung durch globale Trends zu entgehen, versuchte die Stadt ihr historisches Potential mit neuesten Mitteln zu aktivieren. Auf der Plaza de la Encarnación mitten im historischen Zentrum sollte auf einer archäologischen Ausgrabung ein städtebaulicher Höhepunkt entstehen, um die angrenzenden Altstadtviertel neu zu beleben. Im Spannungsfeld zwischen archäologischen Ausgrabungen und der Frage nach einer Zukunft für Sevilla entstand Metropol Parasol, ein neuer öffentlicher Raum mit fließenden Übergängen zwischen archäologischem Museum, städtischer Markthalle, Gastronomie und einem offenen städtischen Veranstaltungsraum. Als zeitgenössische Reflexion zur Sprache der archäologischen Funde unter der Erdoberfläche wurde ein formaler Code zur Gestaltung aller Bestandteile des Platzes gewählt, der einen durchgängigen Dialog mit der bestehenden Umgebung ermöglichte. Darüber spannt eine große schattenspendende, skulptural-freigeformte Holzstruktur: die Parasole, deren Panoramawege Ausblicke auf die gesamte Stadt bieten.

So einmalig wie ihre Form waren auch die technischen Herausforderungen bei der Planung, der Herstellung und dem Bau der Parasole. Diese konnten nur Dank der Entwicklung einiger Weltneuheiten im Holzbau verwirklicht werden. Erstmalig wurden bis zu 3 m hohe und bis zu 221 mm dicke, verleimte Furnierschichtholzscheiben als Tragwerk einer Megastruktur eingesetzt. Zum Witterungsschutz der Holzbauteile wurde eine 2-3 mm dicke Polyurethan-Spritzbeschichtung verwendet – ebenfalls eine Weltneuheit für tragende Holzkonstruktionen. Die ca. 3000 geometrisch unterschiedlichen Verbindungen wurden wegen ihrer sehr hohen Belastungen mit eingeklebten Gewindestangen ausgeführt. Wegen der ungewöhnlich hohen Temperaturen in Sevilla wurde erstmals eine Temperung für geklebte Holzbauverbindungen entwickelt. Damit konnte die Temperaturbeständigkeit des Epoxidklebers bis auf nahezu 80°C erhöht werden. In zusätzlichen Tests wurde die Tragfähigkeit der Verbindungsdetails experimentell bestätigt.

Die Planung des Designteams aus Architekt, Tragwerksplaner und Holzbaufirma basierte auf einer durchgängigen digitalen Datenübermittlung, von der Geometriegeneration der Architekten, über die Finite-Elemente-Analyse der Tragwerksplaner bis zum computergesteuerten Abbund in der Fertigung. Die Realisierung der Parasol-Holzstruktur ist damit das Ergebnis eines komplexen iterativen Prozesses, der von virtuellen Modellen und nichtlinearen FE-Rechnungen über experimentelle Materialuntersuchungen bis hin zur Entwicklung von neuartigen Klebeverbindungen führte. So entstand eine der weltweit größten geklebten Holzstrukturen.

Mit der Unterstützung von Annen SA, Prefalux SA und Steffen Holzbau SA

Eintritt frei

Vortrag in deutscher Sprache

Datum:23.10.2012, 19h00

Ort: Forum da Vinci, 6, boulevard Grande-Duchesse Charlotte à Luxembourg

Bus: Lignes 6, 7, 12, 15; arrêt « Wampach »
Vel’oh !: Stations les plus proches : Monterey (en face du n°49) ou Convict (Place du Foyer)
Parking: Le long du boulevard Grande-Duchesse Charlotte et dans les rues avoisinantes. Notamment Parking Monterey,…

GPS: 49.60890237291284, 6.119921207427978

INFOS & ORGANISATION
Revue Technique Luxembourgeoise, Sonja Reichert, t:26 73 99, s.reichert@revue-technique.lu, www.revue-technique.lu
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