LichtRouten Lüdenscheid 2018_

©Philipp Artus. Flora. Photo Philipp Artus

Unter der künstlerischen Leitung von Bettina Pelz und Tom Groll zeigen internationale Künstler/innen, wie vielfältig Kunstlicht als künstlerisches oder gestalterisches Material ist.

Vom 28. September bis zum 7. Oktober 2018 findet zum achten Mal das internationale Ausstellungsprojekt LichtRouten in Lüdenscheid statt. Als Forum für Licht in Kunst, Design und Architektur gehören die LichtRouten zu den Festivals, die mit ausgewählten Installationen und Interventionen im öffentlichen Raum sowohl das Fachpublikum als auch eine breite Öffentlichkeit begeistern.

Seit 2002 entwickelt das Kuratoren-Duo Bettina Pelz Tom Groll ein Programm für den öffentlichen Raum in Lüdenscheid, das Licht als Material von Kunst und Design thematisiert. „Mit den LichtRouten konnten wir etwas aufbauen, was wir ohne einander nicht hätten auf den Weg bringen können. Licht als Material und Medium fasziniert uns, heute noch mehr, weil wir unglaublich viel gelernt haben in den letzten Jahren. Mit Projekten wie den LichtRouten können wir gemeinsam künstlerische Prozesse ermöglichen, die unseren Blick auf die Welt verändern… und auch unsere Form der Ausstellung“, erklären Bettina Pelz und Tom Groll. Im ersten LichtRouten-Jahr 2002 zeigten sie über die Innenstadt verteilt zwanzig internationale Positionen, die sich auf den Ort und den Kontext bezogen, an dem sie zu sehen waren. Und auch in diesem Jahr prägt dieses Prinzip das Ausstellungsprojekt. Lüdenscheid gehörte, nach Helsinki (1995) und Lyon (1999), zu den Städten des Lichts, die nach neuen Orten der Begegnung im öffentlichen Raum suchten und die es mit ihrer Idee von der „Stadt des Lichts“ verbunden haben.

Stadtweites Ausstellungsprogramm als Highlight des 750-jährigen Stadtjubiläums
Inzwischen haben die LichtRouten Tradition. Im Programm zum 750-jährigen Stadtjubiläum in diesem Jahr sind sie das Highlight. Zum Auftakt im April 2018 gab es bereits an der Erlöserkirche, die als eines der ältesten Gebäude der Stadt gilt, den ersten Teil einer in-situ-Arbeit des polnischen Künstlers Robert Sochacki unter dem Titel „Das Bild meiner Großmutter“ zu sehen. Der zweite Teil wird im Rahmen des stadtweiten Ausstellungsprogramms ebenfalls an der Erlöserkirche zu sehen sein. „Der Turm ist Zeuge der Stadtgeschichte und ich spiele mit seinem Gedächtnis“, sagte Robert Sochacki im Laufe der Vorbereitungen.

Außerdem gibt es Arbeiten von Stephen Antonakos, Philipp Artus, Magdalena Fernandez, Claire Fontaine, Mariska de Groot und Dieter Vandoren, Katja Heitmann, Annika Hippler, Karim Jabbari, joeressen+kessner, Lara Kamhi, Ralph Kistler, Martens & Visser, Philipp Mohr, Numen / For Use, Marke Radke, Lena Weisner, Ingo Wendt und 3hund. Jede Arbeit hat einen eigenen Standtort und mit dem dezentralen Ausstellungsprojekt entsteht ein Wegenetz durch die Innenstadt, dem die Besucher/innen während der LichtRouten 2018 nachgehen können.

Lichtkunst im Einklang mit dem Raum
Aus Europa und den USA, aus Afrika und Lateinamerika kommen die Künstler/innen nach Lüdenscheid, um zu zeigen wie sie Licht in Zeichnung, Malerei, Photographie, Skulptur, Installation und Performance einsetzen. So vielfältig wie die Leuchtstoffe sind auch die künstlerischen Konzepte, mit denen sich die Künstler/innen in der Stadt bewegen. „Wir freuen uns, dass wir zu den LichtRouten eine soziale Choreographie mitten in der Stadt realisieren zu können“, sagte Sander van der Schaaf vom Ensemble Katja Heitmann. Von Rathaus bis Parkhaus, vom Kirchenschiff bis zum Wellenbad reicht die Palette der Standorte, welche die Künstler/innen und Kuratoren ausgesucht haben. „Unsere Arbeiten müssen mit dem Raum korrespondieren, wir sind elementar auf die gute Ortskenntnis und das Gespür der beiden Kuratoren angewiesen“, beschreibt es das Kollektiv Claire Fontaine.

Lebendige Stadt mit Licht-Geschichte
Die Stadt des Lichts wird während der LichtRouten lebendig und verbindet sich mit der Stadtgeschichte. Die Industriegeschichte des Sauerlandes bildet den Hintergrund für ein außergewöhnliches Netzwerk der Lichtkultur im Sauerland. Die Erzvorkommen im Sauerland prägten die frühe wirtschaftliche Entwicklung der Region. Erste Belege für Bergbau im Sauerland gibt es aus der römischen Zeit, archäologische Belege für den Erzbergbau stammen aus dem frühen Mittelalter. Als eine „vergessene Montanregion der vorindustriellen Zeit“ wird das westfälische Erzgebirge in der aktuellen kulturgeschichtlichen Forschung beschrieben. Neben den Rohstoffen gab es auch Kohle und Wasser als Energieträger zur Metallverarbeitung und spätestens seit dem Mittelalter galt das Sauerland als Zentrum der Drahterzeugung. Im Zuge der allgemeinen Verfügbarkeit elektrischen Lichts und als Teil der metallverarbeitenden Industrie entstanden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Reihe von Leuchtenherstellern, die heute Teil der Stadtidentität sind. Die vielen Lichtverwandtschaften sind heute eines der Merkmale, die Lüdenscheid auszeichnen. Die Grenzverläufe von Physik und Technik, Forschung und Entwicklung, Design und Kunst, Lebenswelten und Spielräumen sind aufgrund geografischer Nähe und personen-gebundenen Netzwerken in hohem Masse durchlässig. Entlang der vielfältigen Qualitäten von elektrischem Licht ist in den letzten 100 Jahren ein einzigartiges Kompetenz-Cluster entstanden, mit dem sich das Erscheinungsbild der Stadt nachhaltig verändert hat. „Vor 18 Jahren war es eine echte Herausforderung, eine Licht-fokussierte Ausstellung zu entwickeln, wir konnten uns nicht vorstellen, dass das unseren weiteren Weg prägen würde. Heute ist für uns beide die künstlerische Auseinandersetzung mit Licht der Schwerpunkt unserer gemeinsamen wie auch unserer individuellen Projekte. Hier verbindet sich sogar unsere persönliche Geschichte mit der kollektiven Stadtgeschichte…“, erzählen die Kuratoren auf einem der vielen Stadtspaziergänge in der Vorbereitung der LichtRouten 2018.

LichtRouten 2018
28. September bis 7. Oktober 2018

19.00 Uhr bis 24.00 Uhr

Eintritt frei

Vom 28. September bis zum 7. Oktober 2018 finden täglich um 19.30 Uhr, 20.00 Uhr, 20.30 Uhr und 21.00 Uhr öffentliche Führungen statt.

http://LichtRouten.de

Bettina Pelz | Künstlerische Leitung mit Tom Groll | T +491711723237

LICHTROUTEN Lüdenscheid | 28. September bis 7. Oktober 2018

pelz@lichtrouten.de

AR-PR | Andrea Rayhrer Kommunikation & Public Relations | T +491635001978

LICHTROUTEN Lüdenscheid | 28. September bis 7. Oktober 2018

andrea.rayhrer@ar-pr.de

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