Lasertechnologie-Zentrum_

In Anwesenheit von Wirtschaftsminister Etienne Schneider haben die naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Luxemburg und ihr Fachbereich Ingenieur-wissenschaften am 1. Oktober ein Lasertechnologie-Kompetenzzentrum eingeweiht. Initiator Prof. Peter Plapper verband die Eröffnung mit seiner Antrittsvorlesung und einem Kolloquium zum Thema Laseranbieter und -nutzer.

Mit einer Gesamtinvestition von über 450.000 Euro bis Ende 2014 zählt das Lasertechnologie-Zentrum zu den groβen Projekten der naturwissenschaftlichen Fakultät. Es wird zu rund einem Drittel vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung im Rahmen des Programms „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“ finanziell unterstützt. Eine entsprechende Vereinbarung wurde mit dem Luxemburger Wirtschaftsministerium unterzeichnet.

„Eine Investition in die Zukunft der Betriebe“

Luxemburg ist von Export und Innovation abhängig. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen die Diversifikation der Wirtschaft gefördert und Fachwissen sowie neue Ressourcen produziert werden. Das Zentrum will Klein- und Mittelbetrieben sowie internationalen Firmen mit neuen Erkenntnissen aus der Lasertechnologie, konkreten Lösungen für Probleme aus der industriellen Praxis sowie mit der Ausbildung von Fachkräften dienen. Außerdem soll es eine offene Kommunikationsplattform zum Erfahrungsaustausch für Laseranwender in der Großregion bilden.

„Wir wollen verschiedene Laserstrahlquellen anschaffen und damit Machbarkeitsuntersuchungen und Prozessfähigkeitsanalysen für Betriebe ausführen,“ so Prof. Dr. Peter Plapper, „das Zentrum versteht sich damit als Investition in die Zukunft der Betriebe.“ Der Ingenieurwissenschaftler hat sich in der Vergangenheit insbesondere mit Laseranwendungen in der Karosseriefertigung beschäftigt und Lasermesstechnik in Automobilwerken in Belgien, England und Deutschland eingesetzt.

Batterien, Solaranlagen und Wärmetauscher

Schwerpunkt des Zentrums ist das Fügen ungleicher Werkstoffe, zum Beispiel das Verbinden von Plastik mit Metall. Im Mittelpunkt werden Anwendungen von Lasern etwa in der Elektromobilität, in der Kunstoff-Fertigung oder im Fassadenbau stehen. So konzentriert sich das erste Forschungsprojekt auf Anwendungmöglichkeiten von Lasern beim Verbund von Kupfer- und Aluminiumplatten. Diese neue Technik ist zum Beispiel unentbehrlich in der Produktion von Batterien für elektrische Autos.

Aufbauend auf diesem Wissen können in einem zweiten Schritt weitere Dienstleitungen oder Untersuchungen für die Industrie der Großregion angeboten werden. Ziel ist, den Firmen zu helfen, Produktionskosten zu senken und durch effizienten Lasereinsatz wettbewerbsfähiger zu werden.

Zusätzliche Anwendungsfelder des Laserzentrums eröffnen sich in der Batterieherstellung, Fertigung von Solaranlagen und Produktion von Wärmetauschern, für welche die Verbindung von Kupfer mit Aluminium untersucht werden soll. Auch bei der Herstellung von Spezialwerkzeugen, wie sie zur Produktion von Reifen oder von Blechteilen Verwendung finden, könnte der Laser sinnvoll eingesetzt werden. Er eignet sich zum Behandeln der Oberflächen wie Entlacken, Härten oder Trennen.

Das Kompetenzzentrum setzt Laser auch in der Ausbildung von Ingenieurstudenten der Bachelor- und Masterstudiengänge ein. Das vielseitige Werkzeug Laser hilft den Studierenden, das theoretisch erworbene Wissen praktisch anzuwenden und so zu vertiefen. So will das Zentrum dazu beitragen, die Qualität der Ingenieursausbildung weiter zu steigern.

Interessierte Betriebe können sich direkt an den Leiter des Zentrums wenden, E-Mail peter.plapper@uni.lu, Tel. + 352 46 66 44 5804

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Communiqué par l’Université du Luxembourg

 

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