Keine Angst vor Partizipation! – Wohnen heute_

Die Fortentwicklung des Wohnungsbaus in den europäischen Großstädten steht angesichts der nicht nachlassenden Urbanisierung, eines wachsenden Interesses an Wohneigentum und einer ebenso steigenden Differenzierung von Wohnbedürfnissen gegenwärtig vor dramatischen Herausforderungen. Die wichtigsten Fragen sind dabei die nach der notwendigen und möglichen städtebaulichen Dichte, einer ausgeglichenen sozialen Mischung ebenso wie nach der Wohnqualität. Als Reaktion auf den von wirtschaftlichen Faktoren bestimmten Wohnungsmarkt entstehen gegenwärtig neue Bauinitiativen. Nach individuellen Anforderungen und selbstbestimmten Organisationsformen ausgerichtet, folgen diese Wohnprojekte der Baugemeinschaften oder Genossenschaften einem gemeinsamen Ansatz: Partizipation!

Das Architekturmuseum der TU München stellt zwölf aktuelle Projekte kooperativen Bauens vor, die jeweils nach ihrer inhaltlichen Ausrichtung, dem Entstehungsprozess, der baulichen Umsetzung, der Verwaltungsstruktur und den Formen des Zusammenlebens befragt werden. Jedes zeigt dabei sein eigenes, individuelles Profil. Zu den gezeigten Beispielen zählen aktuelle Quartiersentwürfe wie für das Hunziker Areal in Zürich (Baugenossenschaft mehr als wohnen) oder WagnisART auf dem Domagkgelände in München (wagnis eG) wie auch Bauvorhaben bereits etablierter und sich erweiternder Genossenschaften wie Sargfabrik Wien oder Kraftwerk 1 Zürich. Alle Wohnprojekte verfolgen integrative, generationsübergreifende und nachbarschaftliche Ansätze. Diese sind grundlegend für das bauliche Raumprogramm, das sich durch offene und flexible Strukturen und neue Grundrisslösungen auszeichnet – und darin liegt ihre Aktualität. Alle gemeinsam werfen sowohl die Frage nach der Schnittstelle zwischen den Bedürfnissen der Bewohner und den Gestaltungsmöglichkeiten und zukünftigen Aufgaben des Architekten in diesen gesellschaftlich bedingten Entscheidungs- und Gestaltungsprozessen auf als auch nach den politischen Rahmenbedingungen, die solche Experimente möglich machen.

Zu fünf ausstellungsbegleitenden Abendveranstaltungen werden Gäste aus den Bereichen Genossenschaften, Politik und Architektur eingeladen, um die verschiedenen Möglichkeiten, Modelle und Umsetzungen in ihrer Entwicklung, aber auch hinsichtlich ihrer Tragfähigkeit und Relevanz für die Zukunft zu diskutieren. Programm

In speziell für die Ausstellung entstandenen filmischen Beobachtungen von HyggeTV (Lene Harbo Pedersen/Jörg Koopmann) werden die einzelnen Wohnprojekte porträtiert. Zeichnungen von Sabine Hirsig. Die Ausstellung wurde kuratiert von Hilde Strobl.

Eine Kooperation des Architekturmuseums der TU München mit der mitbauzentrale münchen.

Ausstellungsgestaltung: KW NEUN Grafikagentur (Grafik) und Kofink Schels.

Die Ausstellung wird unterstützt durch den Förderverein des Architekturmuseums der TU München

Projektpartner: BDA Landerverband Bayern und Hans Sauer Stiftung

Pinakothek der Moderne
Barer Straße 40
80333 München

http://www.architekturmuseum.de

Das kleine ABC des gemeinsamen Bauens und Wohnens / Don’t Be Afraid to Participate! The Brief ABC of Communal Planning and Housing

Die Fortentwicklung des Wohnungsbaus in den europäischen Großstädten steht angesichts einer nicht nachlassenden Urbanisierung gegenwärtig vor großen Herausforderungen. Zugleich steigt das Interesse an Wohneigentum und die Differenzierung von Wohnbedürfnissen aufgrund des demografischen Wandels der Gesellschaft. Als Reaktion darauf entstehen gegenwärtig neue Bauinitiativen, die nach individuellen Anforderungen und selbstbestimmten Organisationsformen ausgerichtet sind. Diese Wohnprojekte folgen einem gemeinsamen Ansatz im Planungs- und Wohnprozess: Partizipation!

Von A wie Architekt bis Z wie Zeitbedarf stellt dieses Buch alle wichtigen Begriffe zum gemeinsamen Planen und Wohnen kurz und prägnant vor. Die Begriffe begleiten die Konkretisierung der Ideen, die Konzeptfindung und die Planungsprozesse von Wohnprojekten und bilden deren innere Struktur ab. Sie sind Teil der Kommunikation zwischen Bewohnern, Bauherren und Architekten und beschreiben den Weg bis hin zum Wohnen in der Gemeinschaft.

Publikation zur Ausstellung;

Architekturmuseum der TU München, mitbauzentrale münchen (Hg,), Autoren: Hilde Strobl, Natalie Schaller, Heike Skok

Hatje Cantz Verlag 2016

deutsch/englisch | 96 Seiten | circa 20 Illustrationen | 8,90 EUR

ISBN 978-3-7757-4178-1

Facebooktwittergoogle_pluspinterestmailby feather