GEHEIMNIS DER MATERIE_

©Staedelmuseum Katalog zur Ausstellung

Kein Material ist mit der Kunst des deutschen Expressionismus stärker verbunden als Holz. Dieser natürliche, gewachsene Werkstoff reizte die „Brücke“-Mitbegründer Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff. Im Dialog mit dem Material schufen sie Holzschnitte und Skulpturen von großer Ausdruckskraft, deren Wechselwirkungen die Ausstellung nachspürt.
Für Kirchner (1880–1938), Heckel (1883–1970) und Schmidt-Rottluff (1884–1976) begann die Auseinandersetzung mit diesem natürlichen Werkstoff über den Holzschnitt – ein druckgrafisches Verfahren, bei dem die Darstellung wie ein Relief in eine meist dünne Holzplatte geschnitten wird. Die drei Künstler reizte das große experimentelle Potenzial dieser Drucktechnik genauso wie die Arbeit mit dem Material. Die Beschäftigung mit den Eigenheiten der unterschiedlichen Holzarten und den Möglichkeiten der Technik zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Œuvres. Zudem beschäftigten sie sich als einzige Vertreter der „Brücke“ intensiv und über einen längeren Zeitraum hinweg mit der Holzbildhauerei. Etwa zeitgleich zu den frühen „Brücke“-Holzschnitten entstanden erste Skulpturen, die in ihrer Bearbeitung formal und inhaltlich auf den Holzschnitt zurückwirkten – und umgekehrt.
In der Ausstellung „Geheimnis der Materie. Kirchner, Heckel und Schmidt-Rottluff“ vereint das Städel 98 Holzschnitte, 12 Skulpturen und 5 Druckstöcke. Ein Großteil der Werke stammt aus eigenem Bestand, aus der Sammlung Carl Hagemann, der punktuell durch Leihgaben ergänzt wird.
Zur Ausstellung erscheint im Sandstein Verlag ein von Regina Freyberger herausgegebener Katalog mit einem Vorwort von Philipp Demandt und Beiträgen von Alexander Eiling, Regina Freyberger, Theresa Nisters, Sabine Protze, Iris Schmeisser und Ruth Schmutzler. Deutsche Ausgabe, 296 Seiten, 34,90 Euro (Museumsausgabe).

www.staedelmuseum.de

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