Die Zukunft des Kabels_

Am Dienstag, 23. Oktober hat die AAC –Association des Antennes Collectives – ein Rundtischgespräch für seine Mitglieder, Gemeindeverwaltungen und Planungsbüros organisiert, um über die Entwicklung des Kabels im Hinblick der neuen Telekommunikations und Medienbedürfnissen der Kunden zu informieren und zu diskutieren.

Welchen Herausforderungen müssen sich die Kabelanbieter stellen?

Mit 140 000 angeschlossenen Haushalten ist Luxemburg eines der am meisten verkabelten Länder Europas. Die vermeintliche Konkurrenz der Satellitentechnik, die es seit den 80er Jahren gibt, erlaubte schlussendlich den Gemeinschaftsantennen ihr Angebot an Kanälen zu erweitern und die Bildqualität durch HD zu verbessern.

„Seit der Ankündigung des nationalen Plans des „ultra“-schnellen Internetzugangs, ist es den Gemeinschaftsantennen in nur 2 Jahren gelungen, 50 % der Haushalte Internet mit 120 Mbit/s anzubieten. Und dies zu äusserst kompetitiven Preisen und ohne zusätzliche Baustellen zu schaffen. Übrigens ist der Name „Gemeinschaftsantennenanbieter“ überholt. Wir sprechen heute eher von Kabelanbietern“ so Paul Denzle, Präsident der AAC.

Heute stehen die Gemeinschaftsantennen, sprich Kabelanbieter, vor einer neuen Herausforderung: die Risiken als auch das Potential der Glasfaser- und Mobilfunktechnologie der 4. Generation zu erkennen und zu nutzen.

„Dank der Glasfasertechnik ist es möglich, eine Vielzahl von Anwendungen gleichzeitig und in Höchstgeschwindigkeit zu nutzen. Die Luxemburger Regierung setzt sich als Ziel bis 2020 alle Haushalte mit der Glasfaser (FTTH – Fiber tot he Home) auszustatten um. Um einen besseren Einblick in die Erwartungen und Vorschläge der verschiedenen Interessenvertreter zu erhalten, haben der Wirtschaftsminister und ich eine Beratungsfirma beauftragt eine Marktanalyse zu erstellen. Diese Analyse wird in einigen Wochen vorgestellt „ erklärte uns François Biltgen, Minister für Medien und Kommunikation. Herr Carsten Engelke, deutscher Experte, unterstreicht dass man die Anfrage im Gesamten abwägen muss. Nicht jeder Einwohner benötigt einen Zugang zu 1GBbit/s (Die nachstehende Grafik stellt die Entwicklungsbedürfnisse dar).

Mehr Synergien und Konzentration des Angebots auf das Kerngeschäft

Herr Denzle, Präsident der AAC, stellt sich die Frage ob diese Investitionen in doppelt und mehrfach Infrastrukturen in den heutigen Krisenzeiten wirklich sinnvoll sind? Zumal der Kabelbetreiber schon die Infrastruktur bereitstellt und es einfacher wäre durch Synergien Nutzen zu ziehen. Die Größe des Landes erlaubt nicht die Verwässerung der benötigten Mittel, dem stimmt der Minister zu. Er ruft alle Teilnehmer auf sich abzusprechen und Synergien zu finden.

Herr Jean Claude Bintz, Unternehmer mit einer bemerkenswerten Vergangenheit in der Mobiltelekommunikation, fügt hinzu, dass außer der Suche nach Synergien die Akteure sich noch mehr auf ihr Kerngeschäft spezialisieren müssten. Nur so könnten Sie ihren Kunden einen qualitativ hochwertigen Service anbieten und trotzdem kompetitiv bleiben.

Die Urheberrechte werden den Markt regeln

Der Kunde sucht die größtmögliche Vielfalt in hoher Qualität und ein optimales Preis/Leistungsverhältnis. Vom Fernseh- bis zum Telekommunikationsanbieter alles in Breitband ? Wie kann die Kabelindustrie diesen Schritt schaffen?

„Die Urheberrechte werden den Markt regeln,“ so Jean-Philippe Boever. Die Technologien bieten fast uneingeschränkte Möglichkeiten, jedoch müssen die Urheberrechte geregelt sein um an die Daten zu gelangen. Ein gemeinsamer europäischer Markt der Urheberrechte ist erforderlich um den Missbrauch zu vermeiden und es zu ermöglichen modulierbare Zugriffsysteme zu konkurrenzfähigen Tarifen anzubieten.

Mehr zur AAC

Die Vereinigung der Gemeinschaftsantennen ist ein gemeinnütziger Verein mit der Aufgabe, die gemeinsamen Interessen der Eigentümer, der Netzbetreiber im Allgemeinen und der Kollektivantennenbesitzer  insbesondere zu vertreten.

Seine Mitglieder:

–  Privatgesellschaften

– Gemeinden

– Kollektivantennenbesitzer a.s.b.l.

Die AAC vertritt heute ungefähr 120 000 Haushalte welche an die Kabelinfrastrukturen seiner Mitglieder angebunden sind.  Dies entspricht ungefähr 84% der verkabelten Haushalte (143 000 insgesamt) und 60% der Haushalte des Großherzogtums ( 200 000).

Entstehungsgeschichte

Sehr wenige Programme waren bis Anfang der 80er Jahre in Europa verfügbar. Insbesondere in den kleinen europäischen Staaten, wie in den Benelux-Ländern, war wegen der Sprachenvielfalt der Einwohner von jeher der Bedarf am Empfang von einer Vielzahl an Programmen vorhanden. Kabel war zu der Zeit die einfachste und die am wenigsten kostenaufwendige Möglichkeit um ein Maximum an Kanälen zu empfangen. Mit der Satellitentechnik ist das Programmangebot noch grösser geworden und die HDTV Technologie ist im Moment die beste auf dem Markt.

Der IPTV (Internet Protocol Television) Service ist stark im Kommen und der Medien-und Elektronikkonsum scheint schier unersättlich. Für diese Nutzer ist die Glasfaser unerlässlich, um in ein und demselben Haushalt gleichzeitig auf mehreren Fernsehern und Displays in HDTV Qualität auszustrahlen.

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