Die Rose neu erblühen lassen_

Seit Januar 2008 war sie geschlossen, allerdings nur um umfassend renoviert zu werden: die Rede ist von der Liebfrauenbasilika in Trier. Am Sonntag, 4. September wurd die Wiedereröffnung gefeiert; bereits am 22. August gewährte Pfarrer Hans Wilhelm Ehlen Journalisten einen Blick in das Gotteshaus. Sein Fazit: „Die Kirche ist nun wieder traumhaft schön. Sie ist ein Juwel gotischer Architektur, ein Kunstwerk voller Theologie, in Stein ausgeführte lebendige Verkündigung.“

Pfarrer Ehlen ging bei der Vorab-Besichtigung zunächst auf die Baugeschichte des Gotteshauses ein: Konstantin der Große ließ im Jahr 326 an dem Ort, wo heute in Trier Dom und Liebfrauenkirchen stehen, eine Doppelkirchenanlage errichten. Mit dem Normannensturm im Jahr 882 gingen die Trierer Kirchen jedoch unter. Die Geschichte der heutigen Liebfrauenkirche begann dann im 13. Jahrhundert. Erzbischof Theoderich II. fasste den Entschluss, den Vorgängerbau abzureißen und eine Marienkirche im neuen Stil der Gotik bauen zu lassen. Zu den Besonderheiten des zwischen 1227 und 1260 errichteten Gotteshauses gehört, dass die Kirche auf dem Grundriss einer 12-blättrigen Rose – dem Symbol der Liebe – errichtet wurde. Getragen wird das Gewölbe von zwölf Säulen mit Bildern der Apostel, geschmückt ist das Gewölbe – das Paradies – mit über 1200 Lilien, bunte Glasfenster erzählen die Heilsgeschichte.

Architekt Hans-Joachim Becker aus Koblenz nannte einige der Sanierungs- und Renovierungsarbeiten der vergangenen vier Jahre: unter anderem wurden der Fußboden und die Heizung erneuert, das Gewölbe wurde gefestigt und statisch gesichert, eine Tonne Feinstaub wurde von den Wänden gesaugt, 4,5 Kilometer Fugen wurden erneuert, 21 Fenster wurden stabilisiert, die Wandbilder wurden restauriert, am Gewölbe wurden umfangreiche restauratorische Maßnahmen vorgenommen, die Madonna am Chorgewölbe wurde hergestellt, das Westportal wurde ebenso erneuert wie die Orgel, die Apostelbilder an den zwölf Säulen wurden restauriert.
Alle diese Maßnahmen, so betonte Pfarrer Ehlen, wären nicht möglich gewesen ohne die „hocherfreuliche finanzielle Förderung“ durch das Bistum Trier, die Bundesrepublik Deutschland, das Land Rheinland-Pfalz, die Stadt Trier, das Investitionsprogramm für nationale UNESCO-Welterbestätten, die Landesdenkmalpflege, die Pfarrei sowie durch Spenden. Insgesamt beliefen sich nach Angaben des Pfarrers die Kosten auf über sieben Millionen Euro.

Die Wiedereröffnung am 4. September sand unter dem Leitwort „Die Rose neu erblühen lassen“.

Seit dem 4. September ist die von Pfarrer Ehlen herausgegebene reich bebilderte Festschrift zur Wiedereröffnung der Liebfrauen-Basilika für 24,90 Euro zu erwerben. Sie hat den Titel „Die Rose neu erblühen lassen.“ Ab dem 5. September und bis zum 30. Dezember können Interessierte zudem zum Preis von 42,90 Euro auch die Sonderprägung einer Silber-Medaille kaufen, die aus der Zusammenarbeit zwischen der Pfarrei und der Sparkasse Trier entstanden ist.

Begleitend zeigt die Sparkasse vom 29. August bis zum 9. September in der Theodor-Heus-Allee in einer Foto-Ausstellung den Fortschritt der Renovierungsarbeiten.

Vom 10. September bis zum 10. Dezember finden immer samstags (außer im November) um 10 Uhr einstündige Führungen durch die restaurierte Liebfrauenkirche statt.

http://cms.bistumsarchiv-trier.de

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