Denkmalpflege der Moderne_

Rationalisierte Fertigungsprozesse, standardisiertes Planen sowie die Verwendung industriell gefertigter Bauteile: Die Architektur der Moderne scheint ihrem Wesen nach gegenüber Baudenkmalen älterer Epochen grundsätzliche Unterschiede aufzuweisen. Doch ergibt sich aus dem immer wieder behaupteten historischen Bruch zwischen der vorindustriellen und der modernen Architektur auch eine grundlegend andere denkmalpflegerische Herangehensweise? In dem von der Wüstenrot Stiftung herausgegebenen Buch „Denkmalpflege der Moderne“ wird in zahlreichen Beiträgen den konstruktiven, künstlerischen und historischen Besonderheiten von Bauten der Moderne nachgegangen, um daraus die Grundsätze für einen angemessenen Umgang – für eine Pflege der Moderne – zu entwickeln.

Das Buch, das sich sowohl an Fachleute aus den Bereichen Denkmalpflege und Architektur als auch an interessierte Laien wendet, macht am Beispiel von achtzehn ausgewählten Bauten die genannten Probleme und deren gelungene Lösungen durch die konkrete, anschauliche Darstellung nachvollziehbar. Die Bauten zeigen die Vielfalt der denkmalpflegerischen Fragestellungen unter Berücksichtigung regionaler Unterschiede und verschiedener Gebäudetypen auf. Das zeitliche Spektrum reicht von 1911 bis in die 1960er-Jahre und belegt auf diese Weise auch die wachsende Bedeutung der Nachkriegsmoderne in der denkmalpflegerischen Praxis. Dokumentiert werden unter anderem das Bauhausgebäude in Dessau, das Einsteinhaus in Caputh, die Kongresshalle in Berlin, die Häuser Lange und Esters in Krefeld, das Haus Schminke in Löbau, der Kanzlerbungalow in Bonn, die Bundesschule des ADGB in Bernau, das Fagus-Werk in Alfeld, das Meisterhaus Muche/Schlemmer in Dessau, die Fatimakirche in Kassel, die Villa Reemtsma in Hamburg, der Einsteinturm in Potsdam und das Doppelhaus von Le Corbusier und Pierre Jeanneret in der Weißenhofsiedlung in Stuttgart.

Das Buch wird am Donnerstag, dem 26. Mai 2011, um 19 Uhr im Rahmen der Ausstellung „aufbruch in die moderne. architektur in brandenburg 1919 bis 1933“ vorgestellt. Es sprechen die Autoren Monika Markgraf, Dr. Simone Oelker und Dr. Andreas Schwarting sowie Philip Kurz von der Wüstenrot Stiftung. Veranstaltungsort ist das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Kutschstall, Am Neuen Markt 9, 14467 Potsdam. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung ist bis 22 Uhr geöffnet.

Denkmalpflege der Moderne; Wüstenrot Stiftung (Hrsg.), Monika Markgraf, Simone Oelker, Andreas Schwarting, mit einer Einführung von Norbert Huse, 304 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Format 24 x 29 cm, Hardcover, EUR 28,00 [D], EUR 28,80 [A], SFR 48,80 [CH], ISBN978-3-7828-1534-5

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
kraemerverlag
Renate Brandes
Telefon +49 (0) 711 / 78 49 6-10
Fax +49 (0) 711 / 78 49 6-20
Renate.brandes@kraemerverlag.com
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