Bionik-Pavillon “Echolot”_

Die Bundesgartenschau (BUGA) 2011 in Koblenz findet statt vom 15. April bis zum 16. Oktober 2011. Das Thema der BUGA in 2011 lautet “Koblenz verwandelt”. Der Veranstaltungstitel bezieht sich auf den bunten Strauß an Farben, Formen und Ideen, welche während der BUGA 2011 das Gesicht der Stadt Koblenz verändern. Neben dem Blumenmeer findet auf der diesjährigen BUGA auch ein Bionik-Projekt Platz: Der “Echolot” ist eine bionische Konstruktion aus Holz. Als Entwurfsgrundlage diente die Echo-Ortungsrufe von Fledermäusen, denn durch die Baumaßnahmen im Vorfeld der BUGA musste notgedrungen in den Lebensraum der heimischen Fledermäuse eingegriffen werden. Dies wurde in der Stadt Koblenz öffentlich heiß diskutiert.

Echo-Ortung der Fledermäuse

Die Echo-Ortungsrufe von Fledermäusen sind für Menschen nicht hörbar; sie liegen im Ultraschallbereich mit Frequenzen ab etwa 16 Kilo-Hertz. Die Ultraschalllaute der Tiere können jedoch mit technischen Mitteln hörbar gemacht werden. Ein Beispiel für Fledermausrufe findet man auf den Seiten der Fachhochschule Koblenz. Die Ortungsrufe wurden mittels einer Software als Oszillogramm dargestellt, welches als Grundlage für die Konstruktion des BUGA-Bionik-Pavillons diente. Es ergab sich so eine doppellagige Hänge-Stützform. Die Holz-Konstruktion weist in der Natur häufig vorzufindende Dreieck- und Sechseckstrukturen, wie sie zum Beispiel bei Bienenwaben und Kieselalgen auftreten, auf. Diese Strukturen sind leicht und gleichzeitig äußerst stabil. Viele natürliche Wuchsformen, wie Bäume und Knochen richten sich nach den tatsächlich auftretenden Beanspruchungen in dem jeweiligen Wuchsbereich (SKO- und CAO-Methode).

Der Echolot-Pavillon auf der BUGA 2011

Der Echolot-Pavillon ist aus Douglasie-Holz gefertigt. Dabei handelt es sich um eine Pflanzenart, die zur Familie der Kieferngewächse zählt. Die Douglasie ist ein immergrüner Nadelbaum, der in Europa beheimatet ist. Bei dem Echolot-Pavillon bleiben die Flächen zwischen den Holzlatten frei. Auf dem Boden des Gebäudes wird das Oszillogramm der Ortungsrufe der Fledermaus mit Leuchtstreifen abgebildet und über Lautsprecher hörbar gemacht. Die Leuchtstreifen und auch die Hörsignale werden über Bewegungsmelder gesteuert.

Nach Ende der Bundesgartenschau 2011 wird der Pavillon demontiert und auf dem Campusgelände der Fachhochschule Koblenz wieder aufgebaut. Hier soll er dann weiteren Forschungszwecken dienen. So soll unter anderem die Kombination der hölzernen Struktur mit textilen Membranen untersucht werden.

Doch auch während der BUGA sind verschiedene bionische Aktivitäten geplant. Im Rahmen der BUGA-Veranstaltung “Buntes Klassenzimmer” soll Schülerinnen und Schülern das Thema “Bionik” in anschaulichen und altersgerechten Veranstaltungen nahe gebracht werden. Auch die Fachhochschule Koblenz wird Infoveranstaltungen, Workshops und Ausstellungen in dem Pavillon anbieten.

Das “Echolot” wird im Rahmen der Initiative “Holzbau-Cluster Rheinland-Pfalz” vom rheinland-pfälzischen Umweltministerium gefördert. Der Entwurf der Konstruktion stammt von Studierenden der Fachhochschule Koblenz, Fachbereich Bauwesen, Studiengänge Architektur (Master) und Bauingenieurwesen (Bachlor). Die Konstruktion hat den 1. Platz beim Sommerrock-Holzbaupreis 2010 (Holzbaupreis für Studierende) in Rheinland-Pfalz belegt.

http://www.fh-koblenz.de/Echolot-Eine-Bionische-Struk.4211.0.html

Pressemitteilung Fachhochschule Koblenz pdf

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