Auf den Spuren der Antike_

 

Die neue Wechselausstellung im Museum für Architekturzeichnung in Berlin zeigt bedeutende Architekturzeichnungen aus der Sammlung des Sir John Soane’s Museum, einer der wichtigsten
Sammlungen dieser Art in Großbritannien.
Die Ausstellung illustriert das Streben der führenden britischen Architekten des späten 18. Jahrhunderts, eine neue Architektur in der klassischen Tradition zu schaffen, wo die öffentlichen Bauten, die privaten Residenzen, die Mausoleen und die Inneneinrichtung mit der antiken Pracht mithalten könnten.
Um dieses Leitmotiv zu verdeutlichen, werden in der Ausstellung zum ersten Mal in Deutschland neben den meisterhaften Entwürfen von Sir John Soane selbst auch Zeichnungen von Robert Adam, George Dance dem Jüngeren, Sir William Chambers und James Wyatt gezeigt.
Die Ausstellung Auf den Spuren der Antike: Meisterzeichnungen des britischen Neoklassizismus wird kuratiert von dem bekannten britischen Architekturhistoriker und Autor Jeremy Musson.
Die aus der einzigartigen Museumssammlung getroffene Auswahl des Kurators umfasst unter anderem den unglaublich detaillierten Schnitt der Holy Trinity Marylebone, einer von Soanes drei
neoklassizistischen Kirchen. Dieser Entwurf unterstreicht die Auffassung von Soane und anderen Architekten seiner Zeit, dass sich die Gesellschaft in den öffentlichen Bauten widerspiegelt. London war damals das Zentrum des größten Imperiums seit Rom: Das wird in der Ausstellung beispielhaft durch Soanes Entwurf für zwei Triumphbögen an der Downing Street (gewidmet den Siegen bei Waterloo und Trafalgar) verdeutlicht – die Ähnlichkeit der baulichen Merkmale eines antiken und eines modernen Imperiums ist hier von Anfang an beabsichtigt.
Neben den Entwürfen für öffentliche Bauten werden in der Ausstellung auch Elemente aus dem privaten Wohnbereich, wie Kamine und Möbel, gezeigt, deren ägyptische, griechische und römische Details die Geburt eines neuen goldenen Zeitalters andeuten.
Der Fokus der Ausstellung Auf den Spuren der Antike liegt auf dem antiken Rom und dessen imposanten Monumenten als Inspirationsquelle für die Architekturstudenten des 18. und
19. Jahrhunderts, die diese Bauten unermüdlich abmaßen, beschrieben und, vor allem, im Rahmen ihrer Ausbildung zeichneten. Die Ausstellung zeigt auch die Vielfalt der Architekturzeichnung – von der Skizze zur Schlusspräsentation. Zeichnungen französischer und italienischer Künstler wie Percier, Clérisseau und des großen Piranesi, alle in Soanes Sammlung vertreten, zeigen die Parallelen zwischen diesen und den britischen neoklassizistischen Architekten.
Sir John Soane (1753–1837), oft als „Vater der modernen Architektur“ bezeichnet, trug eine umfangreiche Kollektion von Architekturzeichnungen zusammen, die als eine Art Musterarchitektursammlung für ihn selbst, seine Söhne und seine Assistenten dienen sollte. Sie war die Quelle der Inspiration, der Ideen und Vergleiche und wurde später zum Grundstein der
Museumssammlung. Die Sammlung des Sir John Soane’s Museum ist neben der des Royal Institute of British Architects die bedeutendste Sammlung von Architekturzeichnungen in Großbritannien.
Jeremy Musson ist Architekturhistoriker und Autor. Zu seinen Publikationen gehören The Drawing Room: English Country House Decoration (2014), English Country House Interiors (2011) und How to Read a Country House (2005). Darüber hinaus hat er eine Serie von Publikationen aus dem Archiv von Country Life herausgegeben, darunter The Regency Country House und The Country Houses of Adam. Musson schreibt für solche Zeitschriften wie British Art Journal und Georgian Group Journal. Er hält Vorlesungen unter anderem an der University of Cambridge, der Attingham Summer School und der Royal Oak. Er wurde 1965 in London geboren und lebt mit seiner Familie in Cambridge.

www.tchoban-foundation.de

 

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