Atlas Recycling_

©Detail

Annette Hillebrandt / Petra Riegler-Floors / Anja Rosen / Johanna-Katharina Seggewies
Atlas Recycling
Gebäude als Materialressource

Mitteleuropa ist an Rohstoffen reicher als allgemein bekannt – nur sind die nicht im Erdinnern zu finden. Noch nie zuvor gab es in den Industrieländern mehr Metalle, Kunststoffe, ölbasierte Verbundstoffe oder Mineralien. Man muss sie nur in den Kreislauf zurückführen. Das Gleiche gilt für Gebäude und Städte. Diese als riesiges Rohstofflager zu begreifen, ist ein neuer Ansatz, den der Atlas Recycling verfolgt.

Dieser neue DETAIL-Band zeigt Wege, wie das immense Rohstoffvorkommen im Gebäudebestand aktiv gehalten werden kann. Die Wiedergewinnung von Baumaterialien und Wertstoffen aus der gebauten Stadt heraus erfordert die Trennung von Materialströmen, und so gilt es, die Rückbaubarkeit und Wiederverwertung durch Konstruktion und Materialwahl bereits beim Entwurf mitzudenken. „Urban Mining“ oder „Urban Ressource Exploration“ meint, über Vermeidung, Verringerung, Reparatur und Langlebigkeit, Wiedernutzung und Recycling eine effiziente Rohstoffnutzung zu erreichen. Verändertes Produktdesign, zirkuläre Wirtschaftsprozesse und Eigentümerverantwortung, gezielte Auswahl der Materialien und die Lösbarkeit von Verbindungen gehören ebenso dazu wie Veränderungen im Verhalten der Nutzer sowie reduktive Praktiken in der Baukultur. Die Instrumente für diesen Paradigmenwechsel im Bauen gibt es bereits, und das dafür nötige Fachwissen liefert der Atlas Recycling. Das Autorenteam zeigt Strategien und Potenziale des ökoeffizienten Bauens mit Ressourcen vor Ort auf und analysiert digitale Methoden zur Optimierung von Stoffkreisläufen. In einem zweiten Teil geht es intensiv auf Konstruktion und Material ein. Ein umfangreicher Detailkatalog zeigt mögliche Bauteilanschlüsse im Zusammenhang einer Gesamtkonstruktion und liefert ausführliche Erläuterungen zu Berechnungs-methoden und Ausschreibungsaspekten. Und nicht zuletzt liefern Details realisierter Beispiele viele Inspirationen für die gelungene Umsetzung in die Praxis.

Dieses gehaltvolle Fachbuch ist auch ein Plädoyer dafür, dass die Stadt lernen muss, sich aus sich selbst zu erneuern. Dazu gehören ihre Energieversorgung und ihre Infrastruktur zur Mobilität sowie Teile der Nahrungsmittelversorgung. Und es geht um das Material selbst, aus dem die Stadt gebaut ist und das nicht aus aller Welt allgegenwärtig bezogen werden kann. Es wendet sich an alle Architekten und Ingenieure, die nicht nur durch ästhetische, ökonomische und soziokulturelle Qualitäten überzeugen, sondern in gleichem Maße dauerhaft umweltverträgliche Gebäude realisieren wollen.
ISBN 978-3-95553-415-8. Deutsch

Facebooktwittergoogle_pluspinterestmailby feather