Architekturführer Ankara_

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©DOMpublishers

Hakan Dağıstanlı
Architekturführer Ankara (Ansichtsexemplar liegt im Forum da Vinci aus)
Mit Beiträgen von Jan Dimog, Hendrik Bohle und Klaus Kreiser

Mit der Ausrufung der Republik Türkei am 29. Oktober 1923 wurde eine kleine Handelsstadt im Herzen Anatoliens auf die politische Weltbühne katapultiert: Im planmäßigen Ausbau von Ankara zur neuen Hauptstadt sollten sich das junge Staatswesen und die Gesellschaftsreform Mustafa Kemals (ab 1934 Atatürk) manifestieren. Die Folgen dieser politischen Neuordnung – insbesondere die aktuelle innenpolitische Situation der Türkei – sind heute mehr denn je zu spüren und an Ankara abzulesen.

Der Architekturführer Ankara porträtiert das Bild einer Stadt, deren Architektur im Spannungsfeld der politischen Kräfte steht. Vom osmanischen Erbe über die monumentalen Gebäude der Ersten und Zweiten Architekturbewegung der jungen Republik, die Zeugnisse der türkischen Moderne und des Brutalismus bis hin zu postmodernen und zeitgenössischen Projekten – detailliert und sachkundig stellt Autor Hakan Dağıstanlı über 120 Bauten der Fünf-Millionen-Metropole vor. Er beschreibt die Hauptstadtwerdung Ankaras von der historisch gewachsenen Kleinteiligkeit zu einem universellen Modell einer fortschrittlichen Stadtkultur und Gesellschaft und als Verkörperung der neuen republikanischen Ideale nach den Vorstellungen des Staatsgründers Mustafa Kemal. An diesem Prozess wirkten zahlreiche Exilarchitekten wie Clemens Holzmeister, Ernst Egli, Bruno Taut oder Paul Bonatz mit. Gemeinsam mit den prägenden Baumeistern der türkischen Moderne wie Emin Halid Onat und Sedad Hakkı Eldem formten sie das Bild Ankaras als neue Kapitale der Republik und schufen einen beachtlichen Beitrag zur modernen Architekturgeschichte. Portraits stadtbildprägender Architekten ergänzen das Bild Ankaras. Ein Interview über die aktuelle Baupolitik zeigt, dass dieser Architekturführer zugleich auch eine Dokumentation der vom Abriss bedrohten Bauten ist. Thematische Streifzüge, etwa zum Parlament, zu Denkmälern und öffentlichen Plätzen, oder zum Wachsen und Vergehen informeller Siedlungen („Gecekondular“, Über-Nacht-Bauten) geben ebenfalls einen vertieften Einblick in die Dynamik dieser Stadt und die Kräfte, die auf sie wirken.

So wirft dieser Architekturführer auch die Frage auf, was wir von einem möglichen EU-Mitglied Türkei erwarten können in einer Zeit, in der ein versuchter Militärputsch, zahlreiche Terroranschläge und die ungelöste Kurdenfrage im eigenen Land von innenpolitischen Defiziten zeugen. Vor dem Hintergrund von Massenverhaftungen und gravierenden Einschränkungen der Presse- und Meinungsfreiheit berichten die in diesem Buch versammelten Gebäude auch von einer Planungs- und Baupolitik, die ein äußerst wechselhaftes Klima widerspiegelt.

Pressemitteilung www.gisela-graf.com

ISBN 978-3-86922-448-0

www.dom-publishers.com

 

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