Akademiepreis für Claudine Moulin_

Verleihung des Akademiepreises des Landes Rheinland-Pfalz
an Luxemburgerin Claudine Moulin

Akademiepreis des Landes Rheinland-Pfalz unter Jury-Vorsitz des Nobelpreisträgers Harald zur Hausen an Claudine Moulin verliehen
Luxemburg, den 17. Dezember 2010 – Der Fonds National de la Recherche (FNR) ist stolz mitteilen zu können, dass die engagierte luxemburgische Sprachwissenschaftlerin Claudine Moulin mit dem diesjährigen, mit 25.000 € dotierten Akademiepreis des Landes Rheinland-Pfalz geehrt wurde.

Am 16. Dezember 2010 wurde die Sprachwissenschaftlerin Claudine Moulin von der Universität Trier in der Mainzer Staatskanzlei mit dem diesjährigen Akademiepreis des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Der mit 25.000 € dotierte Preis wird seit 2001 vom Land Rheinland-Pfalz in Kooperation mit der Akademie der Wissenschaften und der Literatur vergeben. Verliehen wird er an Persönlichkeiten, die im Bereich der Hochschulen des Landes herausragende und vorbildhafte Leistungen in Lehre und Forschung erbracht und maßgebend den wissenschaftlichen Nachwuchs gefördert haben.

In ihrem Grußwort freute sich die Präsidentin der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Elke Lütjen-Drecoll, dass zum dritten Mal eine Frau als herausragende Wissenschaftlerpersönlichkeit ausgezeichnet wird.
Für den Vorsitz der Auswahlkommission konnte der Nobelpreisträger und ehemalige Leiter des Deutschen Krebsforschungsinstitutes Heidelberg, Harald zur Hausen, gewonnen werden. Er hat in eindrucksvoller Weise gezeigt, dass neben einer engagierten Lehre außerordentlich erfolgreiche Forschung möglich sein kann. Harald zur Hausen hob in seiner Laudatio hervor, dass mit Claudine Moulin eine Wissenschaftlerin von internationalem Rang ausgezeichnet wird, die souverän unbedingte Quellenorientierung, eine vergleichende europäische Perspektive, neue EDV-philologische Methoden, wissenschaftliche Phantasie und Innovationsfähigkeit so miteinander verbindet, dass ihre Arbeiten zu herausragenden neuen Beobachtungen und Ergebnissen führten und ihr gleichzeitig der Transfer der Forschung in die Lehre vorbildhaft gelingt.
Die deutsche Wissenschaftsministerin Doris Ahnen überreichte die Urkunde an Frau Professor Moulin. Sie wies darauf hin, dass die Wissenschaftlerin zudem eine glänzende Beherrschung ihrer Disziplin mit einer engagierten Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses verbinde. Die Preisträgerin befasste sich in ihrem Festvortrag mit einer besonderen Erscheinung der Schriftkultur, dem nachträglichen Schreiben in Texte und Bücher: „Vom mittelalterlichen Griffel zum Computer-Tagging. Zur sprach- und kulturgeschichtlichen Bedeutung der Annotation“.

Zur Preisträgerin
Claudine Moulin studierte Germanistik und Anglistik an den Universitäten Brüssel und Bamberg. In Bamberg wurde sie 1989 mit der Note summa cum laude promoviert, dort folgte nach Forschungsaufenthalten in Oxford1999 die Habilitation, für die sie den Habilitationspreis der Otto-Friedrich-Universität Bamberg erhielt. Sie war anschließend Heisenberg-Stipendiatin der DFG und Professorin für Linguistik an der Université du Luxembourg. Seit 2003 hat sie eine C4-Professur für »Sprachgeschichte mit Schwerpunkt Deutsch im Mittelalter« an der Universität Trier inne. Zugleich leitet sie das Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften (Trier Center for Digital Humanities).
Die Luxemburgerin ist Repräsentantin des Fonds National de la Recherche (FNR) bei der Core-Group des Standing Committee for the Humanities der European Science Foundation (ESF) und dem ERA-Netzwerk HERA (Humanities in the European Research Area).
Frau Moulin ist Mitglied des Conseil Consultatif Scientifique der Université du Luxembourg, Mitbegründerin und Vorstandsmitglied des Historisch- Kulturwissenschaftlichen Forschungszentrums Trier (HKFZ Trier), Beiratsmitglied des Mediävistenverbandes und Sachverständige für das Projekt »Mittelhochdeutsches Wörterbuch« der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur.

Pressekontakt:
Norman Fisch
Tel: +352 26 19 25 22
norman.fisch@fnr.lu
www.fnr.lu

Facebooktwittergoogle_pluspinterestmailby feather