Meteorologisches Bulletin LIST Winter 2016/2017_

ReiS Winter 2017 I

©ReiS

Meteorologische Situation Meteo-Bulletin_LIST_Winter_2016-17_final
Der Winter 2016/17 war durch eine hohe Anzahl an Frosttagen geprägt. Im Dezember sorgten beständige Hochdruckgebiete für eine kühle und trockene Witterung, doch an Weihnachten führten atlantische Tiefausläufer milde und feuchte Luftmassen nach Luxemburg. Anfang Januar bescherten die Ausläufer eines Sturmtiefs Luxemburg einen ersten Wintereinbruch. Ab Mitte Januar konnten sich wiederum Hochdruckwetterlagen, begleitet von niedrigen Lufttemperaturen, durchsetzen, welche in den letzten Tagen des Monats von einer milderen Strömung abgelöst
wurden. Der Februar war weitgehend von Tiefdruckgebieten und ihren Ausläufern geprägt. Ab Monatsmitte brachte eine westliche Strömung milde, niederschlagreiche Luft mit Sturmböen ins Land.
Temperatur
Im Winter 2016/17 lagen die Mitteltemperaturen der Jahreszeit an allen Stationen unter denen der Vergleichsperiode 2001 − 2010. Die geringste Abweichung wurde an der Station Findel mit -0,2°C gemessen (-0,1°C im Vergleich zur Referenzperiode 1981-2010), während die höchste Abweichung mit -1,1°C in Remich und Echternach registriert wurde. Seit dem Jahr 2001 war der Januar 2017 mit einem Monatsmittel von -3,8°C an der Station Schimpach am kältesten. Dort wurde auch am 22. Januar mit -19,2°C das absolute Minimum der Lufttemperatur aufgezeichnet, während das absolute Maximum mit 15,3°C am 15. Februar in Oberkorn registriert wurde. Die Temperaturen an der Station Findel lagen insbesondere im Januar unter denen der Vergleichsperioden. Am 7. Januar 2017 fiel das Quecksilber dort auf einen absoluten Tiefstwert von -9,7 °C (Tagesmittel = -5,9°C).
Niederschlag
Die gemessenen Niederschlagssummen lagen im Winter 2016/17 an allen Stationen deutlich unter den Werten der Vergleichsperiode 2001 – 2010. An der Station Reuler wurde rund ein Viertel (-24%) weniger Niederschlag gemessen, während an allen anderen Stationen ein Defizit von fast 50% oder sogar mehr aufgezeichnet wurde. An den Stationen Remich und Useldange wurde seit 2001 mit nur 80 mm Niederschlag der trockenste Winter von allen hier gezeigten Stationen registriert. Der Niederschlagsverlauf an der Station Findel zeigt, dass die Regenfälle im Februar das beträchtliche Defizit nicht mehr ausgleichen konnten. Der Winter 2016/17 war der zweit-trockenste Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen an der Station Findel im Jahr 1947.

Hot Topic: Sturmtief „Egon“
Das Sturmtief „Egon“ fegte in der Nacht zum 13. Januar mit hohen Windgeschwindigkeiten über Luxemburg hinweg. Es kam zu orkanartigen Windböen mit Geschwindigkeiten von teilweise über
100 km/h. Das absolute Maximum von 113 km/h wurde in Eschdorf im Nordwesten des Landes gemessen, gefolgt von einem Wert von 108 km/h an den hier gezeigten Stationen Useldange und Oberkorn. Dies führte zu teilweise erheblichen Sachschäden (meist durch umgestürzte Bäume) und zahlreichen Behinderungen im öffentlichen Verkehr. Auf Grund der extremen Wetterlage gab es in einigen Gemeinden im Norden des Landes schulfrei und Behinderungen bei der Postzustellung (Quelle: wort.lu).

 

Facebooktwittergoogle_pluspinterestmailby feather